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KAB Diözesanverband Münster

Solidarität statt Selbstoptimierung – KAB im Dialog mit Wissenschaft und Gewerkschaft.

Recke/Bistum Münster. Die eigene Existenz sichern, ein gutes Leben ermöglichen, Sinn im eigenen Tun finden – das sind Merkmale von guter Arbeit. Um das Eindämmen von prekärer Arbeit, jener Arbeit ohne ausreichendes Einkommen und mit geringer Anerkennung, ging es vergangenen Samstag (02.04.2022) beim Diözesantag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Münster in Recke. Rund 100 Delegierte und Gäste suchten mit Vertreter*innen aus Wissenschaft und Gewerkschaft nach politischen Lösungen und diskutierten Handlungsoptionen.

Namenlos und unsichtbar seien, so Wolfgang Kollek, Diözesanvorsitzender der KAB in seiner Eröffnungsrede, für viele jene Arbeitnehmer*innen, die in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind. Ihre Dienste werden genutzt, doch der Mensch dahinter werde kaum wahrgenommen, geschweige denn ausreichend entlohnt. Prekäre Beschäftigungen gebe es in Deutschland noch immer viel zu Viele, kritisierte er.

KAB im Dialog mit Wissenschaft und Gewerkschaft

Mit Vorträgen und Diskussionsrunden beim Diözesantag in Recke startete die KAB ihren neuen Schwerpunkt „Wertvoll arbeiten – menschenwürdig statt prekär“.

Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Werner Nienhüser von der Universität Duisburg-Essen nannte Ursachen und Treiber, die die Prekarität der Arbeit in den letzten Jahren verstärkt haben – die sinkende Tarifbindung, die Abnahme der Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer*innen oder die wachsende Entsolidarisierung seien Gründe für diese Entwicklung.  Geringverdiener würden im Vergleich mit höher Verdienenden deutlich abgehängt, so der Wissenschaftler.

Pia Delling vom DGB zeigte Handlungsmöglichkeiten auf – neben einer Stärkung der Tarifparteien und der Betriebsräte sieht sie deutlichen Handlungsbedarf in Politik und Gesellschaft. Sie forderte den Gesetzgeber auf, Gesetze wie das Tariftreuegesetz deutlich nach zu schärfen und regte ein gesellschaftliches Umdenken an, das weg vom Trend der Selbstoptimierung hin zu mehr gemeinschaftlichem Gestalten findet. Von der Politik wünschte sie sich „mehr mutige Gesetzgeber und mutige Gesetze“.

Wolfgang Kollek mahnte die Delegierten, die Augen vor prekärer Arbeit im Umfeld nicht zu verschließen. „Unser Alltag ist durchdrungen davon“, sagte er mit Blick etwa auf Lieferdienste, Reinigungskräfte und auf die häusliche Pflege. Er ermutigte die Delegierten aus den Ortsgruppen, sich gemeinsam mit Gewerkschaften und anderen Sozialverbänden für wertvolle Arbeit und faire Entlohnung stark zu machen. Denn, so Kollek, für die christliche Soziallehre und die KAB stehe immer der Mensch im Mittelpunkt. Kollek forderte die KAB-Ortsgruppen auf, sich an Aktionen gegen prekäre Arbeit zu beteiligen.

Ausblick auf 2023 – 125 Jahre KAB

Im kommenden Jahr feiert die KAB Münster ihr 125-jähriges Bestehen. Auch dieses Jubiläum stellt der Verband unter das Motto „Menschenwürdig statt prekär“. “Wir wollen das Jubiläum gemeinsam mit vielen Gruppen feiern“, erklärt die stellvertretende Diözesanvorsitzende Sigrid Audick. „Nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als starker Blick in eine Gegenwart, die menschenwürdiger gestaltet werden kann und muss.“  Wie vor 125 Jahren gehe es auch heute darum, immer wieder auf Missstände vor allem in der Arbeitswelt aufmerksam zu machen.

Danke an alle Helfer*innen aus Recke und Steinbeck

Zum Schluss des Diözesantages bedankte sich Audick bei den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der KAB Recke und Steinbeck, die, so Audick „diesen Tag überhaupt so erst möglich gemacht haben.“ Ihr Dank ging auch an die Fürstenbergschule, „bei der wir zu Gast sein durften und große Unterstützung erhalten haben und an die Freiwilligen des DRK.“ Auch Elisabeth Hönig, stellvertretende Diözesanvorsitzende aus Ascheberg freute sich über die gute Stimmung des Tages. „Die Gastgeber*innen aus Recke und Steinbeck haben einen sehr guten Job gemacht,“ betonte sie.

Der Diözesantag endete mit einem Gottesdienst, zelebriert von Diözesanpräses Michael Prinz.


Text: KAB
Fotos: Werner Rieke, Heinrich Weßling
 

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