Münster. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) trauert um ihren langjährigen ehemaligen Bezirkssekretär und Kollegen Franz Josef Nordhaus.
Von 1984 bis 2012 arbeitete der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann Nordhaus als Bezirkssekretär und Bildungsreferent bei der KAB im Bistum Münster. Aus vollem Herzen, mit Weitsicht und politischem Sachverstand engagierte sich Nordhaus in diesen Jahren und darüber hinaus für das, was ihm und seinem Verband wichtig ist: Soziale Gerechtigkeit für Arbeitnehmer*innen hierzulande und weltweit, den Schutz des arbeitsfreien Sonntags und die Partnerschaft der Christlichen Arbeiterbewegung (CWM) Sri Lanka mit der KAB Münster, „auf Augenhöhe“, wie Nordhaus immer wieder betonte.
Am 29. August 1948 wurde Franz Josef Nordhaus in Hamm geboren. Nach einer Lehre zum Groß- und Einzelhandelskaufmann bildete er sich zwischen 1971 und 1973 zum Betriebswirt weiter. 1980 schlug er einen ganz neuen Berufsweg ein: Er wurde Pastoralassistent und Mitarbeiter der Kirchengemeinde St. Theresia in Hamm. Vier Jahre später wechselte der damals 35-Jährige zur KAB als Bezirkssekretär für den Bezirk Südöstliches Münsterland und später für den Nachfolgebezirk Hamm-Münster-Warendorf.
Bei der KAB fand Nordhaus seine berufliche und spirituelle Heimat. 28 Jahre lang prägte er die KAB im Bezirk, begleitete Projekte und war als Referent für Erwachsenenbildung in den Ortsvereinen und darüber hinaus unterwegs. Über 20 Jahre engagierte er sich besonders für den Schutz des arbeitsfreien Sonntags. Auch international war der in Hamm lebende Katholik tätig: Zweimal, 1998 und 2011, reiste Nordhaus mit einer KAB-Gruppe zur Partnerbewegung CWM Südasien, um den engen Austausch auszubauen. Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 organisierte Nordhaus umgehend mit dem KAB-Arbeitskreis Internationale Solidarität und den Ruhr Nachrichten aus Werne tatkräftige finanzielle Aufbau-Hilfe für die Opfer im Partnerland.
Seit den Sozialwahlen 1986 war Nordhaus über die Liste der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen (ACA) gewähltes Mitglied in der Sozialen Selbstverwaltung; zunächst im Vorstand der AOK für den Kreis Warendorf und nach deren Zusammenschluss in der AOK Westfalen-Lippe und später bei der AOK NordWest im Verwaltungsrat. Bis zuletzt war Nordhaus im Widerspruchsausschuss der AOK-Region Münsterland engagiert.
„Schon bei unserer ersten Begegnung hat Franz Josef mich für die Anliegen der KAB begeistern können und so entscheidenden Einfluss auf meinen eigenen Weg innerhalb des Verbandes gehabt“, erinnert sich der Diözesanvorsitzende der KAB Münster, Wolfgang Kollek. „Bis zuletzt haben wir gemeinsam in Hamm Aktionen wie der 1. Mai-Kundgebung oder auch bei der Nikolaus-im-Fahrerhaus-Aktion im Dezember begleitet. Seine Tatkraft war mir immer Vorbild.“
Unvergessen sind auch sein Humor, sein Gottvertrauen und seine Bodenständigkeit. Ob als freundlicher, heiliger Nikolaus im Kindergarten, als CDU-Bezirksvertreter in Bockum-Hövel oder verkleidet als „Sonntags-Frühstücksei“ beim Karneval, Franz Josef Nordhaus füllte seine vielfältigen Rollen mit Leidenschaft und tiefer Überzeugung aus. Groß war seine Zuversicht, dass sich die Welt täglich verbessern ließe. Mindestens ebenso groß war sein Vertrauen in Gott und die befreiende Botschaft des christlichen Glaubens.
Nun ist der KAB-Mann am 1. März 2026 im Alter von 77 Jahren verstorben. Franz Josef Nordhaus hinterlässt seine Frau Monika und viele Freunde*innen und Weggefährten.
Text und Foto: Heike Honauer
01.03.2026