Münster. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Bistum Münster nimmt Abschied von Hermann Preckel (1935 - 2026), einer Persönlichkeit, die die Bildungsarbeit der KAB in den 60er bis 90er-Jahren stark geprägt hat.
Preckel wird als jüngstes Kind von vier Geschwistern 1935 in Gescher, Kreis Borken geboren. Nach der Schule beginnt er 1951 eine Lehre als Weber und schließt diese 1954 ab. 1957 beendet er die Prüfung zum Textilmeister mit Auszeichnung und arbeitet danach als Meister in Haltern und Bocholt.
1960 entscheidet sich der sozialpolitisch interessierte und engagierte 25-Jährige für einen neuen Berufsweg: Preckel wird Sozialsekretär und Bildungsreferent für die KAB im Bezirk Münster/Coesfeld. Er begleitet Ortsvereine in der Stadt Münster und dem Kreis Coesfeld, organisiert Bezirks- und Diözesantage und wirbt Mitglieder für den damals stark wachsenden Sozialverband. Er engagiert sich als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Münster und berät Menschen als Versichertenältester der Deutschen Rentenversicherung Westfalen.
1973 baut er den Verein „Studienfahrten der KAB e.V.“ auf – ein Verein, der für seine Busreisen und Seminare bekannt wird. Mehr als 20 Studienfahrten pro Jahr führen ihn und viele weitere ehrenamtlichen Reiseleiter*innen durch ganz Deutschland, Österreich und Südtirol. Diese Fahrten sind mehr als nur Reisen – sie sind Bildungserlebnisse, Gemeinschaftserfahrungen und Begegnungen mit Kultur, Geschichte und Menschen.
Nach dem Bezirkstag „Sät Gerechtigkeit weltweit“ 1992 bringen Preckel und der Bezirk Münster/Coesfeld, unterstützt vom Weltnotwerk der KAB, eine Dialog-Partnerschaft mit dem Movement of Christian Workers (MCW) Südafrika, auf den Weg. 1995 organisierte er den ersten „Südafrika-Tag“.
38 Jahre lang wirkt Preckel als KAB-Sekretär, Bildungsreferent und Geschäftsführer. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1998 bleibt Preckel dem Engagement für „seinen“ Studien-Reisedienst, der später KAB UNTERWEGS heißt, und der KAB treu. Bis ins hohe Alter organisiert und begleitet er Studienfahrten und engagiert sich in der Seniorenarbeit vor Ort. „Hermann Preckel hat seine Arbeit immer mehr als reinen Broterwerb gesehen“, sagt sein langjähriger Kollege und späterer KAB-Diözesansekretär Gustav Peters, „sein Engagement ging immer weit über das normale Maß hinaus.“ Auch deshalb wird Preckel im Jahr 2006 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Am 4. Juli 2026 ist Hermann Preckel im Alter von 90 Jahren gestorben. Hermann Preckel hinterlässt vier Kinder mit Familien und viele Freunde. Die KAB trauert mit ihnen um einen Menschen, der sein Leben aus einem tiefen Glauben heraus und mit hohem sozialem Engagement gelebt hat.
Text und Foto: KAB
08.07.2026