DIÖZESANVERBAND

"Ist das alles?" KAB lenkt Blick auf Gerechtigkeitslücken bei Rente.

Bistum Münster. "Ist das alles?" fragen 70 Großplakate vom 22. August bis 7.September 2017 in sieben Städten und Gemeinden im Bistum Münster. Oder eine Sprechblase neben einem verbeulten gelben Arbeitshelm klagt: "Das hab ich nicht verdient!" Mit diesen und weiteren Motiven ihrer Kampagne "Sie planen deine Altersarmut" mischt sich die KAB im Bistum Münster ab dem 22. August in den Wahlkampf zur Bundestagswahl ein. Die 70 Standorte sind in Dorsten, Haltern am See, Recklinghausen, Lüdinghausen, Werne, Münster und Oelde. Die Kritik der KAB richtet sich gegen das derzeitige Rentensystem, das, so KAB-Experten, nicht armutsfest ist. Der Lösungsvorschlag des katholischen Sozialverbandes: Das "Cappuccino-Modell". "Das ist unser Zukunftsentwurf", sagt Brigitte Lehmann, Diözesanvorsitzende der KAB Münster, "dafür suchen wir Sympathisanten."

Immer mehr berufstätige Menschen sind arm trotz Arbeit, denn wer wenig verdient, erhält später auch wenig Rente. "Skandalös", sagt die KAB Deutschlands und hat deshalb zur Bundestagswahl die Kampagne "Sie planen deine Altersarmut" gestartet. Mit Plakaten, Postkarten und vielen Diskussionsveranstaltungen wirbt die KAB um einen Systemwechsel in der Rentenpolitik. Herzstück des Cappuccino-Modells ist eine steuerfinanzierte Sockelrente ohne Bedarfsprüfung und der Umbau der Rente in eine Erwerbstätigenversicherung.

"Die Plakate erklären wenig und fragen viel", beschreibt Lehmann die Intention der bewusst sehr schlicht gehaltenen Bildsprache der Plakate. Sie lenken den Blick auf die Gerechtigkeitslücken der derzeitigen Rente, erklärt die Finanzbuchhalterin und zählt die Themen auf: "Frauen bekommen deutlich weniger Rente als Männer, für Geringverdiener*innen ist die Rente später meist nicht existenzsichernd. Und ist es gerecht, wenn das Rentenniveau der gesetzlichen Rente sinkt und sinkt?"

Gemeinsam mit den katholischen Sozialverbänden, dem Familienbund der Katholiken, Kolping, Katholische Frauengemeinschaft und der Katholischen Landvolkbewegung setzt sich die KAB deshalb für eine solidarische Alterssicherung ein, die mit einer Sockelrente gegen Altersarmut schützt. "Genau dieses Renten-Modell", so Lehmann, "gehört in den Wahlkampf."

Infos zu den Stellflächen der Kampagne und Kontakte zu Gesprächspartner*innen zum "Cappuccino-Modell" bekommen Sie hier: Diözesanbüro der KAB, Telefon: 02 51/60 97 6-11.

Weitere Infos zu aktuellen Veranstaltungen und dem Rentenmodell der katholischen Verbände erhalten Sie unter www.kab-muenster.de und www.kab.de.


Text: Heike Honauer
Foto: Sie-planen-deine-Altersarmut.de
08.08.2017

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