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KAB Diözesanverband Münster

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Arm trotz Arbeit – KAB-Bezirkstag gegen prekäre Arbeit.

Werne. Arm trotz Arbeit? Und danach arm in Rente? Um diese negative Entwicklung in der Arbeitswelt drehte sich der Bezirkstag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Werne. In seinem schriftlichen Grußwort hatte Bürgermeister Lothar Christ das Engagement der KAB als „Sprachrohr für Menschen in Not“ und als „soziales Gewissen“ gewürdigt. In einer engagiert geführten Fragerunde diskutierten die KAB-Delegierten mit DGB-Kreisvorsitzendem Ortwin Bickhove-Swiderski aus Dülmen, welche politischen Schritte nötig sind, damit Menschen sich auf existenzsichernde Arbeit und Rente verlassen können. Dazu gehöre eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns und eine deutlich höhere Tarifbindung, damit sich Beschäftigte auf ihre Löhne verlassen können, so Bickhove-Swiderski. Der stellvertretende KAB-Bezirksvorsitzende Janbernd Lütke Brintrup aus Lüdinghausen mahnte gemeinsame Anstrengungen in Politik und Gesellschaft an, denn so Lütke Brintrup, „Prekäre Verhältnisse, das bedeutet nicht nur Niedriglohnsektor in Deutschland, das ist weltweite Ausbeutung der Arbeitskraft ohne jeden Respekt.“ Deshalb fordere die KAB „eine Korrektur in unserem Wirtschaftssystem. Eine Wirtschaft, in der Arbeit wertvoll und menschenwürdig ist.“

Arm trotz Arbeit

Der DGB-Kreisvorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski zeigte in seinem Vortrag, wie der Mindestlohn in Deutschland beschaffen sein muss, damit er den Beschäftigten die Existenz sichert. 2015 eingeführt hat der Mindestlohn sich von 8,50 Euro schrittweise auf heute 9,60 Euro erhöht. Wie wenig dies zum Leben reicht, macht Bickhove-Swiderski am Beispiel einer Verkäuferin, die sogar mehr, weil Tariflohn, erhält deutlich: „Eine Verkäuferin mit 2804 Euro Bruttolohn geht nach 45 Jahren in Rente. Ihre Rente beträgt dann nur 749 Euro brutto.“

Prekäre Beschäftigung, so der DGB-Vorsitzende, bedeute oft in befristeten Arbeitsverhältnissen wenig Rechte im Arbeitsvertrag. Es bedeute arm trotz Arbeit, weil Lohn und Gehalt nicht ausreichen. Bei Beschäftigten in der Fleischindustrie käme zu der harten körperlichen Arbeit bei bis zu 12 Stunden pro Tag die unzureichende Gesundheitsvorsorge und ausbeuterische Unterbringung hinzu. „Moderne Sklaverei“ zitiert Bickhove-Swiderski den Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich.

Kritik an geringer Tarifbindung

Der Gewerkschafter kritisiert auch die geringe Tarifbindung in Deutschland – nur noch 53 % der Beschäftigten können sich auf tariflich ausgehandelte Löhne verlassen. Das müsse dringend erhöht werden, so der Gewerkschafter, und sieht da auch die Gemeinden und Städte in der Pflicht. Bei Vergabe von öffentlichen Aufträgen müsse darauf geachtet werden, dass die Betriebe Tariflöhne zahlen.

Der DGB-Vorsitzende plädiert für eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns und einen europäischen Mindestlohn – der müsse bei 60 % des durchschnittlichen Einkommens des jeweiligen Landes liegen. Damit läge der Mindestlohn in etwa bei 14,09 Euro, den die KAB Deutschlands fordert.

Gespräche mit der Politik

Bickhove-Swiderski regte an, dass KAB und DGB in näherer Zukunft gemeinsam eine Veranstaltung zu prekärer Beschäftigung und Mindestlohn durchführen solle. Dies begrüßte auch Günter Schlicker, Bezirksvorsitzender der KAB und verwies auf die KAB-Forderung nach einer Erhöhung des Mindestlohns auf 14,09 Euro. Dass der Mindestlohn mindestens 60 % des durchschnittlichen Einkommens betragen müsse, wird die KAB, so Schlicker, verstärkt in ihre Gespräche mit den Politiker*innen der Kreise Coesfeld und Unna nehmen.

Text: KAB
Foto: Reinhard Bergmann

Die Bezirksleitung der KAB mit dem DGB-Vorsitzenden des Kreises Coesfeld, Ortwin Bickhove-Swiderski. (v. li.): Präses Antonel Lenghen, Michael Kreuznacht, Ortwin Bickhove-Swiderski (DBG), Günter Schlicker (KAB-Vorsitzender) und Janbernd-Lütke-Brintrup.

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