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KAB Diözesanverband Münster

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Prekäre Arbeit statt Würde.

Münster. Pfarrer Peter Kossen war zu Gast bei der KAB St. Ida Münster Gremmendorf, um über prekäre Arbeit gestern und heute zu sprechen. Kossen begann mit einem Rückblick, der zeigte, dass schon immer Menschen für einen kürzeren oder längeren Zeitraum nach Deutschland gekommen sind, um hier zu arbeiten: als Torfstecher am Niederrhein, als Arbeiter im Bergbau, in der Textilindustrie, in der Landwirtschaft, in den Pflegeberufen, in der Logistik, im „Rotlicht“-Milieu und in der Fleischindustrie.

Auch heute hoffen die Menschen, durch harte Arbeit ihre Familien in der Heimat unterstützen zu können. Doch etwas habe sich im Verglich zu „früher“ drastisch verändert. Kossen schilderte, wie die Menschen mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt werden. Hier angekommen müssen sie meist feststellen, dass ein großer Teil des Verdienstes für alle möglichen „Kosten“ weg ist und kaum etwas übrigbleibt, teilweise bleibt sogar ein Schuldenberg.

Der Sozialpfarrer berichtete, wie die Arbeitsmigranten hier leben: Härteste körperliche Arbeit, unmenschliche Arbeitsbedingungen und eine Matratze in einer Sammelunterkunft. Persönliche Rückzugsmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Arbeitsschutzregeln, Mindestlohn, Überstundenbegrenzung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch werden ihnen häufig verwehrt. Weil die meist osteuropäischen Arbeiter*innen ihre Rechte nicht kennen und sie kaum deutsch sprechen, sind die Arbeitgeber auch nicht bemüht, die schlechten Bedingungen zu ändern.

Das alles, so Kossen, diese prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse haben nichts mit der „Würde des Menschen“ zu tun. Wer krank wird oder die schwere Arbeit nicht mehr leisten kann, würde wie ein Gegenstand einfach ausgetauscht: „Ex und hopp!“
Pfarrer Kossen prangerte die „Geiz ist geil“ Mentalität an und forderte nachdrücklich, den Wert der Arbeit wieder zu schätzen. Er verwies darauf, dass Kirche und KAB hier ein großes Potential haben, um Druck auf die einzelnen Branchen auszuüben, zum Beispiel durch den Einkauf fair und nachhaltig gehandelter Produkte.
Ein sehr informativer Abend, der die Zuhörer*innen sehr nachdenklich nach Hause gehen ließ.

Text/Foto: KAB St. Ida Münster-Gremmendorf
 

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