Aktuelle Nachrichten

Wider die Zwänge des Alltags – Sonntag.


Pfarrer em. Hans Sanders.

Münster. Pfarrer em. Hans Sanders ist Bevollmächtigter für das Bürgerbegehren "Freier Sonntag Münster" und Mitarbeiter in der Obdachlosenseelsorge. Gemeinsam mit dem KAB-Stadtverband Münster, Gewerkschaften, den Kirchen und politischen Organisationen sammelt der KAB-Mann derzeit Unterschriften von Münsteraner*innen für dieses Bürgerbegehren.
Hier beschreibt er, warum er sich für einen freien Sonntag stark macht und warum der Sonntag eine "Staatsgarantie" ist.

"Artikel 140 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sagt: "Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.” Das wissen die meisten Mitbürger*innen gar nicht (mehr).

Wenn der Schutz des Sonntags in unseren Tagen dennoch in die Diskussion geraten ist, so ist dies u. a. der Tatsache zu verdanken, dass neue Produktionsmethoden eine Unterbrechung der Produktion verlustreicher machen als bisher.
Der gefährliche Angriff auf den Sonntag geschieht in der Form einer scheinbar harmlosen, in Wirklichkeit jedoch heimtückischen Frage, der Frage: "Was kostet uns der Sonntag?”
Die Frage "Was kostet uns der Sonntag?" ist eine heimtückische Frage, die selbst schon der entscheidende Anschlag auf den Sonntag ist. Der Sonntag ist nämlich gerade dadurch Sonntag, dass er nichts kostet und – im wirtschaftlichen Sinne – nichts bringt.

Wenn das Grundgesetz den Sonntag als Tag "seelischer Erhebung" bezeichnet, dann heißt dies zuerst und vor allem: Er ist der Tag, an dem wir uns über die funktionalen und wirtschaftlichen Sachzwänge des Alltagslebens erheben und das Leben selbst feiern.

Immer mehr Menschen werden durch die Struktur der Arbeit krank. Diese moderne Krankheit kennen viele Mitbürger*innen mit dem Namen "Burn out". Die sich radikal verdichtenden Arbeitsansprüche, der permanent steigende Leistungsdruck, das "rund um die Uhr Verfügbar-sein- müssen", besonders der Frauen, überfordern die Menschen. Sie werden arbeitsunfähig und psychologisch krank, isoliert und einsam. Trotz aller scheinbar technischen Hilfsmittel gibt es keinen Raum mehr für zweckfreie und soziale Zeit. Das zerstört unsere Familien, sozialen Bezüge und verhindert, dass wir das Leben feiern können.

Ich bin froh, dass uns das Bürgerbegehren Gelegenheit gibt, mit vielen Menschen über den Wert des Sonntags zu sprechen. Und: Der gesetzliche Sonntagschutz gibt uns "nebenbei" das Recht, diese Staatsgarantie einzuklagen!"


Text: Hans Sanders
Foto: privat
21.06.2016


KAB-Büro eingeschränkt zugänglich.

Besuche und Beratungen in einem der drei Büros der KAB im Bistum Münster sind für Publikum nur nach vorheriger telefonischer Absprache möglich. Sie erreichen die Büros in Münster, Dülmen und Wesel telefonisch von Montag bis Freitag von 09:30 – 13:00 Uhr.

Veranstaltungen abgesagt.

Die KAB im Bistum Münster sagt alle Präsenzveranstaltungen bis auf Weiteres ab. Neue Infos hier: www.kab-muenster.de und www.kab-bildungswerk.de.

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