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Integration durch Freiwilligenarbeit


Die „Mannschaft“ aus Syrien, Iran, Ägypten und Deutschland beim Karneval der kfd 2020.

Die „Mannschaft“ aus Syrien, Iran, Ägypten und Deutschland beim Karneval der kfd 2020.

Heiden. Unsere örtliche KAB war schon immer im Bildungsbereich tätig - die Idee, Flüchtlingen einen Sprachkurs anzubieten, lag also nahe. Auf diese Weise wollten wir den Menschen helfen, die deutsche Sprache für den alltäglichen Gebrauch zu lernen.

Wir haben den Sprachkurs Ende August 2015 begonnen - mit 60 Interessent*innen und 25 Lehrer*innen im Alter von 19 bis 82 Jahren, aus allen Berufsgruppen. Wir teilten die Sprachkursteilnehmer*innen in kleine Gruppen und gaben ihnen zweimal wöchentlich Unterricht.

Der Unterricht findet in der Regel in der ehemaligen Ludgerusschule statt. Wir bieten aber auch Sprachkurse vor Ort an: im Supermarkt, in der Apotheke und in der Bäckerei. Alles unter dem Motto «Learning by doing».

Jetzt, fast fünf Jahre später, hat sich die Situation für unsere Sprachkurse verändert: Inzwischen haben viele Sprachstudent*innen zertifizierte Sprachkurse besucht. Deshalb haben wir auf Privatunterricht und Nachhilfe für Student*innen und Praktikant*innen umgestellt. Träger ist in unserem Bistum das KAB-Bildungswerk. Allein im Jahr 2016 haben wir im Bildungswerk 800 Unterrichtsstunden durchgeführt.

Das «Besondere» an unserem Unterricht? Unsere Unterstützung geht weit über den reinen Sprachunterricht hinaus. Wir helfen auch beim Ausfüllen von Formularen, beim Umgang mit den Behörden und bei Arztbesuchen. Im Laufe des Unterrichts haben sich viele persönliche Freundschaften entwickelt.

Nach einer Bürgerversammlung wurde der Verein «Heiden - Wir helfen e.V.» gegründet. Die Sprachkurse der KAB werden unter ihrem Namen weitergeführt. Darüber hinaus steht der Verein für viele Angebote: Es gibt eine Kleiderkammer, eine Fahrradwerkstatt, Beratung und viele Aktivitäten wie das Café International und das Frauencafé.

Die Mitglieder des Vereins «Heiden - Wir helfen e.V.» arbeiten ehrenamtlich und werden von den Flüchtlingen unterstützt. Die ehrenamtliche Arbeit ist gegenseitige Befruchtung, die Menschen mit Migrationshintergrund honorieren die ehrenamtliche Arbeit mit großer Dankbarkeit.

Im November 2017 waren beispielsweise beim Diözesantag der KAB Frauen und Männer unserer Pfarrei im Dienst, sie wurden durch 26 Flüchtlinge unterstützt. Sie halfen auch bei der Blutspende-Aktion des Roten Kreuzes, beim Bau von Garagen, bei der jährlichen KAB-Kleideraktion und in der KAB-Cafeteria bei einem Fest im Nachbardorf. Ehemalige Sprachschüler*innen servierten und kochten beim Pfarrfest und halfen bei einer Pflanzaktion des Jugendwerk e.V. Sie engagierten sich beim kfd-Karneval ebenso wie zum 100-jährigen Jubiläum der KAB St. Georg Heiden.

Es ist uns gelungen, eine große Zahl von Migranten*innen in Arbeit und Ausbildung zu vermitteln. Was bei all unseren Aktivitäten und Unterstützungen auch sehr hilfreich ist: Unser Weg zum Rathaus ist sehr kurz. Die Mitarbeiter*innen dort unterstützen uns bei all unseren Aktivitäten.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit von «Heiden - Wir helfen e.V.» ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Religionen. Die jeweilige Religion ist kein “Hindernis”, sondern eine Bereicherung für uns alle. Dies ist unsere klare Position.

Wir sind auf dem richtigen Weg, wenn es um Freiwilligenarbeit geht. Menschen, die aufgrund von Krieg und Gewalt ihr Land verlassen mussten, fühlen sich bei uns wohl, und das ist die beste Belohnung für freiwillige Arbeit. Freiwilligenarbeit ist ein Weg zur Integration. Als, ab Sommer 2015, viele Menschen auf ihrer Flucht nach Deutschland kamen, nahm unsere Gemeinde (8.300 Einwohner*innen) rund 200 Menschen auf. Sie kamen aus Syrien, Irak, Iran, Afghanistan, Eritrea, Guinea, Nigeria und Tadschikistan.

Freiwilligenarbeit ist ein Weg zur Integration.


Text: Benedikt Kemper
Foto: Lisa Kemper
06.10.2020


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