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„Was bleibt?“ – Gruppenarbeit nach dem Shutdown


Münster. Das Leben der Vereine und Gruppen lag in den vergangenen Montane nahezu brach. Mit der schrittweisen Rückkehr zu einem öffentlichen Leben denken auch Gruppierungen langsam über erste Treffen seit dem Shutdown nach. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Münster hat für diese ungewöhnliche Situation die Arbeitshilfe „Was ist? Was bleibt?“ mit Anregungen für die Bildungsarbeit nach dem Corona-Shutdown entwickelt. Vereins- und Gruppenleitungen finden hier Tipps und konkrete Beispiele für die ersten Treffen: Hinweise, wie man einen persönlichen Erfahrungsaustausch gestalten kann, finden sich ebenso darin wie Diskussionsanregungen zu den Bürgerrechten oder spirituelle und kreative Impulse. Die Arbeitshilfe ist kostenlos und steht auf www.kab-muenster.de und auf www.kab-bildungswerk.de zum Herunterladen bereit.

Austausch hilft gegen Verunsicherung
Schon der Titel „Was ist? Was bleibt?“ weist darauf hin, dass es in der Broschüre nicht um Hygienemaßnahmen und Abstandstipps geht, sondern darum, wie Gruppen die Erfahrungen der vergangenen Monate miteinander teilen und bearbeiten können. Ortrud Harhues, Leiterin des KAB-Bildungswerkes ist eine der drei Autoren*innen. „Wenn man sich lange nicht gesehen hat, ist das erste Treffen immer besonders“, sagt sie. „Jede*r hat eigene, andere Erfahrungen gemacht. Der Faden der geteilten Erfahrungen ist ein wenig dünner geworden. Nun geht es darum, wieder manches zusammenzuknüpfen, Gemeinsamkeiten zu suchen und Unterschiedlichkeiten anzureichern.“ Das gehe heute nicht so einfach wie nach einer langen Sommerpause. Die erlebte kollektive Krise habe alle verunsichert. „Austausch kann da helfen, die Erfahrungen und Emotionen zu sortieren und sich gegenseitig zu stützen“, sagt sie.

Einstieg in den Ausstieg bewusst gestalten
Ortrud Harhues, Michael Grammig und Ulrike Klorer sind Referenten des KAB-Bildungswerkes. In der Arbeitshilfe haben sie die eigenen Erfahrungen von Irritation und Verunsicherung einfließen lassen und Elemente aufgegriffen, die in der Krise tragfähig waren. Wichtig ist, so Harhues, sei die spirituelle Dimension des Lebens einzubeziehen.

Grundsätzlich will die KAB mit der Arbeitshilfe die Verantwortlichen ermuntern, wieder Kontakt als Gruppe aufzunehmen und den „Einstieg in den Ausstieg“ bewusst zu gestalten. „Das kann direkte Begegnung mit Abstand sein“, sagt Harhues, „oder das kann auch in einer kleinen Videokonferenz geschehen.“ Das sei technisch viel leichter zu bewerkstelligen als gedacht, schmunzelt sie.

Was bleibt?
Harhues und ihre Kollegen*innen lenken den Blick bewusst auf das Positive, das nach der Krise bleiben könnte. Die Digitalisierung habe einen riesigen Sprung gemacht und gezeigt, wie sie Menschen auch ohne Treffen in Verbindung halten könne. „Ich hoffe, dass auch der Respekt vor der Natur bleibt und die Erfahrung, dass wir ganz vieles gar nicht brauchen“, sagt Ortrud Harhues nachdenklich, „und etwas entschleunigter und konsumärmer können wir doch gut leben.“


Text: Heike Honauer
Foto: Judith Harhues
28.05.2020


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