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Generationenvertrag verschoben


Bistum Münster. Die Weiterführung der derzeitigen Reformlinie über das Jahr 2025 hinaus mit einem Korridor für das Rentenniveau zwischen 44 und 49 Prozent und dem Beitragssatz zwischen 20 und 24 Prozent stabilisiert zwar das erwerbsbezogene System der Rentenversicherung, eröffnet der Politik aber auch die Möglichkeit, das Niveau auf 44 Prozent abzusenken, befürchtet Benedikt Kemper, Rentenexperte der KAB im Bistum Münster.

Sockelrente: Weiterentwicklung zur Erwerbstätigenversicherung verpasst

Enttäuscht zeigt sich die KAB, dass trotz Anhörung das Rentenkonzept der katholischen Verbände mit einer vor Altersarmut schützenden Sockelrente für alle Bürger und Bürgerinnen keine Beachtung im Abschlussbericht der Rentenkommission gefunden hat. „Hier wurde wieder die Chance vertan, die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterzuentwickeln und so Abgeordnete, Selbstständige und zukünftig auch Beamte mit in einen wirklich verlässlichen Generationenvertrag einzubeziehen“, erklärt Kemper.

Die vorgeschlagenen Reformmaßnahmen bieten somit keine Antwort auf die Veränderungen in der Arbeitswelt und die Herausforderungen an die sozialen Sicherungssysteme. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in prekären Beschäftigungsverhältnissen, mit Niedriglohn, mit durchbrochenen Erwerbsbiografien und Teilzeitbeschäftigung, darunter viele Frauen, die unbezahlte Sorgearbeit leisten, sind weiterhin vom Risiko der Altersarmut betroffen. „Beschäftigte im Niedriglohnbereich und der Plattform-Ökonomie sind nicht in der Lage ausreichend privat fürs Alter vorzusorgen. Denn schon heute beziehen 55 Prozent der Rentenbeziehenden laut Alterssicherungsbericht der Bundesregierung nur eine Rente“, so der KAB-Rechtssekretär aus Heiden.

Die KAB bedauert es, dass es der Rentenkommission nicht gelungen ist, einen fairen und verlässlichen Generationenvertrag auszuarbeiten und die dringend notwendigen Lösungen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wurden. „Hier wurde unnötig Vertrauen in die Alterssicherung verspielt“, so Kemper.

Text/Foto: KAB
30.03.2020


KAB-Büro eingeschränkt zugänglich.

Besuche und Beratungen in einem der drei Büros der KAB im Bistum Münster sind für Publikum nur nach vorheriger telefonischer Absprache möglich. Sie erreichen die Büros in Münster, Dülmen und Wesel telefonisch von Montag bis Freitag von 09:30 – 13:00 Uhr.

Veranstaltungen abgesagt.

Die KAB im Bistum Münster sagt alle Präsenzveranstaltungen bis auf Weiteres ab. Neue Infos hier: www.kab-muenster.de und www.kab-bildungswerk.de.

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