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Mittagsandachten zum Thema Würde


Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich gestaltet täglichen Mittagsandachten zum Thema Würde und Gerechtigkeit.

Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich gestaltet täglichen Mittagsandachten zum Thema Würde und Gerechtigkeit.

Bistum Münster. Pfarrer Peter Kossen aus Lengerich gestaltet in der plattdeutschen Reihe „Dat kannst´ mi glööven“ im NDR Radio Niedersachsen vom 16. bis 20. März die täglichen Mittagsandachten um 14.15 Uhr zum Thema Würde und Gerechtigkeit.

Er vergleicht dabei die Arbeitsmigration der „Hollandgänger“ im 18. und 19. Jahrhundert mit der heutigen Situation der ost- und südosteuropäischen Arbeitsmigranten. „Die Heimat der Arbeitsmigranten von damals, meine Heimat, ist heute zum Schauplatz moderner Sklaverei geworden“, erklärt Kossen. „Man könnte annehmen, dass Menschen aus Rumänien und Bulgarien im Oldenburger Land und im Münsterland Fürsorge und Wertschätzung erfahren. Ihre Schwerstarbeit in der Fleischindustrie, in Ausstallkolonnen, bei Gebäudereinigern und bei Paketdiensten will hier ja sonst auch keiner machen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Wie Maschinen werden Frauen und Männer angemietet, verschlissen und aussortiert, ausgebeutet, betrogen und gedemütigt – Wegwerfmenschen statt Mitbürger!“

Schwere Menschenrechtsverletzungen gebe es in Deutschland tagtäglich hunderttausendfach an dieser Gruppe von Mitbürgern, betont Kossen. „Moderne Sklaverei ist die Wirklichkeit.“ Kossen ruft die Arbeitsmigranten zu Streiks auf. „Erst wenn sie die Sklavenarbeit verweigern, werden die Unternehmen und wird die Gesellschaft spüren, was sie an diesen Menschen haben, wie würdelos und ungerecht die Ausbeutung und Abzocke dieser Frauen und Männer ist.“

Kossen regt an, dass Gruppen und Personen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, in Erwägung ziehen, ihr Engagement auszuweiten auf die große Gruppe der Arbeitsmigranten. „Die Fachkenntnisse darüber, was zu einer gelingenden Integration in die Gesellschaft nötig ist (Wohnungen, Sprachkurse, Behördenkontakte, informelle Treffpunkte, Ausbildungsplätze, Zugang zu Sportvereinen und anderen Freizeitaktivitäten…) – diese Fachkenntnisse bringen die Engagierten der Flüchtlingshilfe mit. Und die Arbeitsmigranten aus Ost- und Südosteuropa brauchen sie so dringend und finden bisher fast nichts davon vor.“ Und er zitiert eine Frau aus Lengerich: „Die geflohenen Menschen finden den Weg in unsere Sportvereine, die Arbeitsmigranten nie.“

Kossen erinnert an die Aussage Dietrich Bonhoeffers, es könne die Situation eintreten, in der es für die Kirchen darauf ankäme „nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen“. Dann müsse die Kirchegenau dort stehen, sagt Kossen, und Widerstand leisten gegen Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt. Denn „eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“. Dieser Dienst bedeute, denen zu helfen, die unter die Räder geraten sind, und die Räder moderner Sklaverei anzuhalten. „Christentum heißt: Aufbegehren gegen Unrecht - und Streiten und Streiken für Würde und Gerechtigkeit!


Text: pd Bistum Münster.
Foto: privat
13.03.2020


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