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Tag der menschenwürdigen Arbeit


Münster/Köln. Auf die steigende Zunahme prekärer Arbeitsbedingungen in Deutschland, aber auch europa- und weltweit macht die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) mit einem bundesweiten Begegnungstag im Rahmen des „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ aufmerksam. Der Welttag wurde von den Gewerkschaften 2006 ins Leben gerufen, um an die unmenschlichen Arbeitsbedingungen weltweit zu erinnern. Ob in den deutschen Großfleischereien, in Redaktionen der Zeitungsverlage, im Hochschulbereich, im Einzelhandel oder im Bereich der Zeit- und Leiharbeit, immer noch leiden Arbeitnehmer*innen unter prekären Arbeitsverhältnissen, schlechter Bezahlung, Sonntagsarbeit, befristeten Arbeitsverträgen, unmenschlichen Arbeitszeiten und -bedingungen.

KAB Münster betet für gute Arbeit in „Doppelschicht“
Mit der 16-stündigen Gebetskette „Doppelschicht“, Vorträgen und Diskussionen werden am 7. Oktober, dem Welttag für menschenwürdige Arbeit, KAB-Gruppen im Bistum Münster diese Thematik aufnehmen und sich für gute Arbeit einsetzen.

Existenzsichernder Mindestlohn ist Voraussetzung

„Menschenwürdige Arbeit beginnt mit einem existenzsichernden Mindestlohn von derzeit 13,69 Euro brutto pro Stunde“, fordert Brigitte Lehmann, Diözesanvorsitzende der KAB Münster. Die KAB kritisiert, dass trotz der gesetzlichen Mindestlohnregelung immer noch unzähligen Arbeitnehmer*innen in vielen Branchen und Handwerksbetrieben der Mindestlohn vorenthalten werde. „Es ist ein Skandal, dass osteuropäische Arbeitnehmer in der Fleischindustrie zu Hungerlöhnen von Sub-Unternehmen angestellt werden und so für den Reichtum deutscher Fleischbarone sorgen. Klare Regeln und Gesetze, die vor Ausbeutung schützen, gehören auf die politische Agenda“, betont Lehmann.

Mit dem bundesweiten Begegnungstag am 7. Oktober will der katholische Sozialverband diese Missstände stärker in den Focus des Verbandes und der Öffentlichkeit rücken und Menschen sensibilisieren genauer hinzuschauen, wie die Arbeitsbedingungen vor Ort sind.


Text/Foto: KAB
30.09.2019


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