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Ein Projekt mit Folgen


Mit kleinen Brötchen hat Frida angefangen, die sie immer noch für 1 N$ verkauft.

Recklinghausen. Was passiert, wenn man Ihnen für ein Jahr monatlich Geld ohne Gegenleistung geben würden? Darauf gibt es sicher viele individuelle Antworten. Ein Dorf in Namibia hat an solch einem Projekt von 2008 bis 2009 teilgenommen. Jede und jeder der damals 930 BewohnerInnen unter 60zig Jahren (ab 60zig Jahren gibt es eine staatliche Grundrente) erhielten 100 N$ (zu der Zeit ca. 8 Euro). Dieser erste Versuch ein universelles Grundeinkommen einzuführen, wenn auch nur für wenige Menschen in Namibia, hat alle negativen Argumente gegen ein Grundeinkommen entkräftet, so Simone Knapp von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika(KASA).

Sie stellte in der Altstadtschmiede in Recklinghausen das Projekt vor. Die KASA begleitet seit 2008 die Menschen in Otjivero Namibia und Simone Knapp hält einen engen Kontakt zu den Menschen vor Ort. Welche Spuren gibt es heute 10 Jahre nach dem universellen Grundeinkommen? Darauf antwortete Knapp, dass aus den Hütten ein Dorf wurde. Heute gibt es Häuser aus Ziegeln, die vor Ort produziert werden, es gibt eine kleine Bäckerei und auch die medizinische Versorgung hat sich verbessert. Mehr Kinder gehen zur Schule und einige haben es bis zur Universität geschafft. Kinder leiden in der Überzahl nicht mehr an Unterernährung.

Es gibt Erfolgsgeschichten und diese haben das Dorf nachhaltig verändert. 100 N$ sind und waren kein Vermögen, aber dieses wenige hat den Menschen eine Perspektive gegeben. Wer nicht mehr jeden Tag um das reine Überleben kämpfen muss, kann sein Potential entfalten.

Die KASA setzt sich für ein universellen/bedingungsloses Grundeinkommen in Namibia ein. Ein Staat wie Namibia könnte das benötigte Geld auf aufbringen. Dafür bräuchte es den politischen Willen um die Voraussetzungen zu schaffen, nicht nur in Namibia, sondern auch in den Industrienationen: „Wenn wir unsere Rohstoffe ordentlich bezahlen würden. Wenn die Konzerne ihre Steuern vor Ort entrichten würden, dann bräuchten wir keine Entwicklungshilfe,“ so Simone Knapp.

Der Abend fand in Kooperation mit der Initiative Grundeinkommen Recklinghausen statt

24.09.2019

Text: KAB

Foto: Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika

 

 

 


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