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Mut für das Neue – Würde für das Alte.


Bischof Dr. Felix Genn (3.v.li) zu Besuch bei der Diözesanleitung der KAB. v.l: Bernhard Kemper, Elisabeth Hönig, Michael Prinz, Brigitte Lehmann und Hermann Hölscheidt.

Bischof Dr. Felix Genn (3.v.li) zu Besuch bei der Diözesanleitung der KAB. v.l: Bernhard Kemper, Elisabeth Hönig, Michael Prinz, Brigitte Lehmann und Hermann Hölscheidt.

Münster. Die Zukunft verbandlicher Arbeit und die menschengerechte Digitalisierung der Arbeitswelt waren die zentralen Themen des Gespräches zwischen Bischof Dr. Felix Genn und der Diözesanleitung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Münster. Der Bischof besuchte den katholischen Sozialverband in dessen Räumen des Verbändehauses.

Menschenwürde und Digitalisierung
Bischof Felix lobte die KAB dafür, den Blick beim Thema  „Digitalisierung der Arbeitswelt“ auf die möglichen Verlierer dieser Entwicklung zu legen. Wie die KAB warnt er vor der Ausbeutung des Menschen und bat den Verband weiterhin, so Genn, „hochsensibel in der Frage: Wo finden Menschen ohne Schulabschluss ihren Platz in der digitalisierten Arbeitswelt?“  zu bleiben. Die Digitalisierung biete auch viele Chancen, räumte der Bischof ein, dennoch sei die KAB mit ihrem Blick für die problematischen Seiten der Digitalisierung für ihn ein wichtiger und aufmerksamer Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen.

Neuausrichtung des Verbandes
Sehr interessiert zeigte sich Felix Genn am Prozess der Neuausrichtung, den die KAB im Bistum Münster derzeit vorantreibt. In sechs Gruppen, so erklärte Elisabeth Hönig, stellvertretende Diözesanvorsitzende, erarbeiten ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter*innen der KAB derzeit, wie die Verbandsarbeit in Zukunft aussehen kann. Auf dem Prüfstand stünden, so Hönig, unter anderem die bisherigen Verbandsstrukturen, die Breite der Inhalte oder auch die Frage nach dem Mitgliedsbegriff und der Kampagnenfähigkeit des Sozialverbandes.

Bischof Genn bestärkte die Verantwortlichen, den Umbau mutig und selbstbewusst anzugehen. Eine Neuausrichtung fordere Mut für das „Neue“ und  Wertschätzung für das „Alte“, das es würdig zu verabschieden gelte, sagte er. Bis im Frühjahr 2020, informierte Brigitte Lehmann, KAB-Diözesanvorsitzende, werden die KAB-Gremien über neue Wege der Verbandsarbeit und Verbandsstruktur beraten und entscheiden.  

„Ich frage mich schon, wie Sie das alles schaffen“, sagte Bischof Genn am Ende des Gespräches. Er dankte ausdrücklich den ehrenamtlichen Leitungsmitgliedern für ihr hohes Engagement, das sie neben Beruf, Familie und vielen anderen Verpflichtungen zeigen.

Die regelmäßigen jährlichen Treffen mit Bischof Genn werden auch in Zukunft bestimmt sein von den zentralen Fragen der Gesellschaft und der verbandlichen Arbeit.


Text / Foto: Heike Honauer.
28.08.2019


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