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Digitalisierung braucht Mitgestaltung.


Dülmen. „Ich schalte dann wohl mal das Handy aus.“ Dietmar Panske, Mitglied des Landtages, erntete zustimmendes Lachen seiner Gesprächspartner*innen im lila Pavillon auf dem Dülmener Marktplatz. Gemeinsam mit Andre Stinka, MdL, und dem Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann war er zu einer lockeren Diskussionsrunde auf Papphockern und (fast) unter freiem Himmel gekommen. Eingeladen hatte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Das Thema: Digitalisierung menschenwürdig. Der Blick auf die vielen Smartphones, die Panskes Beispiel folgten und zu Beginn der Diskussionsrunde stumm geschaltet wurden, machte deutlich, wie umfassend Digitalisierung ins Alltagsleben Einzug gehalten hat.

„Wir wollen Digitalisierung nicht verteufeln, sondern aktiv mitgestalten“, machte Ortrud Harhues, KAB-Referentin und Moderatorin deutlich. Dies war auch der Tenor der gesamten Gesprächsrunde zwischen Politiker*innen, KAB-Aktiven und Passanten*innen an diesem Samstagvormittag auf dem Marktplatz. „Fluch und Segen“, nannte ein Passant seine Erfahrungen mit digitalen Errungenschaften. Andre Stinka wies auf die hohe Beschleunigung durch Digitalisierung in der Arbeitswelt hin – Mails kämen und „wollen sofort bearbeitet werden“, sagt er. Das führe mitunter zu immensen Druck am Arbeitsplatz. Dietmar Panske führte als Beispiel für „Segen“ die Zeitersparnis an: Wo früher zig Briefe getippt wurden, reiche heute ein Brief, der an viele gleichzeitig per Mail verschickt werden könne.

Kritisch bemerkte eine Passantin die drohende Entgrenzung der Arbeitszeit, die mit der Digitalisierung einhergehe. Wer nun auch in der Freizeit, am Sonntag seine dienstlichen E-Mails lesen und bearbeiten könne, laufe Gefahr, Opfer der Flexibilisierung zu werden. Hier seien, so die KAB, die Gesetzgeber und auch die Betriebsräte gefragt.

Um Sonnen- und Schattenseiten der Flexibilisierung ging es auch beim Thema „Homeoffice“ – dem Arbeiten von Zuhause aus. Alle drei Politiker wiesen auf die Chancen von Homeoffice hin, die familiären Aufgaben und das eigene Leben mit den Erfordernissen der Erwerbsarbeit besser koordinieren zu können. Sie bestätigten, dass Maßnahmen des Arbeitsschutzes, geregelte Arbeitszeiten und Pausen auch in Zeiten von Homeoffice gelten müssen.

Einig war sich die Runde auch darüber, dass lebenslange Weiterbildung unabdingbar ist. Es gehe darum, Teilhabe aller Bürger*innen dauerhaft zu ermöglichen“, sagt Marc Henrichmann. Deshalb seien solche Gesprächsrunde, eine breite Diskussion um die Möglichkeiten und Folgen der Digitalisierung so wichtig, betonte der CDU-Politiker aus Coesfeld.


Text/Foto: KAB
22.05.2019


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