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Ein Gruß zu Ostern 2019


Münster. Die Frauen gehen zum Grab, sie haben die wohlriechenden Salben dabei, mit denen sie nach alter Tradition den Leichnam Jesu einbalsamieren möchten. Ihre Gedanken sind voll auf Tod eingestellt. Kann ja auch gar nicht anders sein. Sie mussten ja am Freitag das schreckliche Sterben Jesu miterleben. Sie gehen zum Grab und erleben für einen Sekundenbruchteil, dass der Herr auferstanden ist.

Das Herz schwappt über, aber niemand glaubt es ihnen so recht.

Petrus macht sich selbst auf den Weg zum Grab. Das Grab ist leer, aber er sieht den Auferstandenen nicht – kein überschwappendes Herz, eher Ratlosigkeit.
Und die beiden Männer auf dem Weg in ihr Heimatdorf Emmaus? Sie erleben den Auferstandenen unterwegs und dabei spüren sie etwas in ihrem Herzen. Der Tausendstel-Moment geschieht beim Abendbrot. Als der Auferstandene Brot nimmt und es bricht und austeilt, da gehen ihnen die Augen auf.
Das Sonderbare: die geöffneten Augen können den Auferstandenen nicht mehr sehen, weil er nicht mehr unter ihnen weilt. Dieses kurze Glücksmoment, dieses „Sekundenglück“ lässt sie aufbrechen und wieder zu ihren Freunden eilen. „Wir haben den Herrn gesehen!“ erzählen sie.

In einem anderen Evangelium wird berichtet, dass Maria von Magdala eine besondere Begegnung mit dem Auferstandenen hatte. Zuerst glaubte sie, es sei der Gärtner, dann wurde sie von ihm mit ihrem Namen angesprochen, da schwappte ihr Herz über.
„Sekundenglück“: Er lebt!
Dieses Glück, diesen Lebendigen will sie festhalten.
Logisch, mein Gott lebt, ihn gebe ich nicht mehr her.
Doch das verhindert der Lebendige: „Halte mich nicht fest!“

Wir können unsere Glücksmomente nicht festhalten, wir können nicht im dauerhaften Glückszustand schweben. Wir dürfen uns aber an die kurzen Augenblicke des Glücks, der Begegnung mit dem Auferstandenen immer wieder erinnern.
Ostern ist kein Dauergefühl. An Ostern geschieht vielmehr das, was Herbert Grönemeyer in seinem schönen Lied „Sekundenglück“ beschreibt: ein einzigartiger Moment, ein überschwappendes Herz, ein Gefühl, das den ganzen Menschen einnimmt.

Den Tausendstel-Moment der Osterfreude teilen wir miteinander und spüren wie er in unserem Leben dauerhaft nachwirkt. So wird Ostern für uns zur Wirklichkeit!

Ich wünsche allen ein gesegnetes und frohes Osterfest!

Ihr Michael Prinz
Diözesanpräses


Foto: pixabay.com
17.04.2019


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