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Digitale Arbeit kann Menschenwürde.


Diskutierten beim Bezirkstag der KAB über Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt (v.li.): Heinz Wansing (KAB), Günter Schlicker (KAB-Bezirksvorsitzender), Winfried Lange (DGB Münsterland), Heike Honauer (KAB ), Thomas Keyen (Agentur für Arbeit Hamm) und Janbernd Lütke Brintrup (KAB).

Diskutierten beim Bezirkstag der KAB über Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt (v.li.): Heinz Wansing (KAB), Günter Schlicker (KAB-Bezirksvorsitzender), Winfried Lange (DGB Münsterland), Heike Honauer (KAB ), Thomas Keyen (Agentur für Arbeit Hamm) und Janbernd Lütke Brintrup (KAB).

Werne. Die digitale Arbeitswelt schreitet unaufhaltsam voran. Das birgt Chancen und Risiken. Aber in jedem Falle braucht es mutige Menschen und Organisationen, die diesen Prozess gemeinsam mit Blick auf den Menschen gestalten. Das ist das Fazit, was gut 50 Teilnehmer*innen des Bezirkstages der KAB in Werne zogen. In drei Runden diskutierten sie intensiv mit Fachleuten aus der Arbeitswelt die zentralen Veränderungen in der digitalen Arbeitswelt und mögliche Perspektiven. Günter Schlicker, Bezirksvorsitzender aus Werne, ermutigte die Delegierten, sich aktiv mit ihren Fragen und Anmerkungen in die gesellschaftliche Debatte einzumischen und lud schon jetzt alle zu einem KAB-Aktionstag für menschenwürdige, digitale Arbeit am 18. Mai nach Dülmen ein. Denn, so Schlicker, „digitale Arbeit muss menschenwürdig sein und sie kann es auch sein.“

Diese Ansicht teilt Winfried Lange, Regionsgeschäftsführer DGB-Region Münsterland. „Übergeordnetes Ziel ist die Teilhabe der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen“, sagt Lange. Wichtige Eckdaten dafür seien ein angepasstes Betriebsverfassungsgesetz und arbeitnehmerfreundliche Regelungen für wachsende Arbeitsformen wie Homeoffice. Außerdem dürfe Digitalisierung nicht noch stärker zum Aussortieren führen, warnt er mit Blick auf das Schwinden von Arbeitsplätzen in der Logistik oder der Produktion. Wo eine Teilhabe auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht möglich ist, brauche es, so der Gewerkschaftssekretär weiter, einen sozialen Arbeitsmarkt.

Thomas Keyen, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hamm, weiß, dass Digitalisierung Arbeitsplätze kosten wird, aber, so Keyen, sie schaffe in ähnlichem Maße auch neue Arbeitsplätze. Wichtig sei der Blick auf junge Menschen und eine gute Beratung bei deren Berufswahl. Dies sei eine Aufgabe für die Agentur und ihre Berater*innen in den Schulen und auch für die Eltern. Qualifizierung sei ein großes Thema, weiß Keyen. Schwächen von Auszubildenden in einzelnen Fächern können durch Qualifizierung in den Betrieben behoben werden. Auch dafür bietet die Agentur Weiterbildungsmaßnahmen in den Unternehmen an.

Eine neue Leitidee für die Gesellschaft stellte Heike Honauer, Regionalsekretärin der KAB, vor: Wenn sich die Gesellschaft darüber bewusst wird, dass neben der digitalisierten Erwerbsarbeit solche Tätigkeiten wie Familienarbeit, Pflegearbeit und Ehrenamt unverzichtbar sind, dann müsse die Politik handeln. Erst mit einem existenzsicherndes Grundeinkommen für alle Bürgerinnen und Bürger, so Honauer, können Menschen wirklich wählen, wieviel Zeit sie in Erwerbsarbeit, Familienarbeit und bürgerschaftliches Engagement stecken. Kritisch diskutierten die Delegierten, ob ein solches Grundeinkommen ohne Bedarfsprüfung, so wie es die KAB vorsieht, gezahlt werden sollte oder an jene, deren Einkommen nicht ausreiche.

Eindrücklich zeigt sich bei der Diskussion das gemeinsame Interesse der Redner*innen und Delegierten: Die Digitalisierung der Arbeitswelt am Wohl des Menschen und der Gesellschaft zu orientieren und zukunftsfähig zu gestalten.


Text: KAB
Foto: Michael Kemmler
27.03.2019


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