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Diskussion: Das „Cappuccino-Modell“.


Diskutierten gemeinsam über Wege zu einer zukunftssicheren und gerechten Rente : v.li.: Josef Meiers (KAB), Sigrun Jäger-Klodwig (Familienbund), Thomas Rogowski (Referent CDU/CSU-Fraktion), Marc Henrichmann (MdB), Janbernd Lütke Brintrup (KAB) und Viktor Becks (KAB).

Senden. Hunderte von Postkarten hatten den heimischen Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann vor einigen Wochen erreicht. Abgeschickt wurden sie von Mitgliedern der katholischen Verbände, die sich damit für ihr Rentenmodell mit dem Titel „Solidarisch und gerecht“ einsetzten. Alle Karten zu beantworten war schon aufgrund der schieren Menge kaum möglich. Der CDU-Politiker hatte deshalb die Unterstützer des Modells nach Senden zur Diskussion darüber eingeladen, wie eine für alle auskömmliche Alterssicherung gestaltet werden kann.

Mit Thomas Rogowski, Referent der Arbeitsgruppe „Arbeit und Soziales“ der CDU/CSU-Fraktion, nahm daran ein ausgewiesener Rentenexperte teil. „Ich begrüße es sehr, dass sich die katholischen Verbände mit einem konstruktiven Beitrag an der politischen Debatte beteiligen“, erklärte Henrichmann zum Auftakt der Diskussion im Pfarrheim St. Laurentius, an der auch Bürgermeister Sebastian Täger teilnahm. Das Rentenmodell, das die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), die Katholische Frauengemeinschaft (kfd), der Familienbund der Katholiken, das Kolpingwerk und die Katholische Landvolkbewegung erarbeitet haben, stellte zunächst Monika Mertens vom kfd-Bundesverband vor.

Wie einen Cappuccino beschrieb sie das Modell: Grundlage, quasi der „Espresso“, sei die Sockelrente, die aus Beiträgen und Steuermitteln finanziert werden solle und aus der jeder Bürger eine garantierte Mindestsicherung erhalte. Der „Milchkaffee“ in der Mitte bestehe aus einer Erwerbstätigen-Versicherung, die im Wesentlichen die Elemente der gesetzlichen Rentenversicherung beibehalte. Als Sahnehäubchen – oder vielmehr „Milchschaum“ – obendrauf ergänzten eine betriebliche und private Altersvorsorge die beiden ersten Stufen.

In der Politik sind die Vorstellungen der katholischen Verbände angekommen. „Auch in der Rentenkommission der Großen Koalition, die bis 2020 Ergebnisse abliefern soll, wird das Modell diskutiert“, sicherte Rogowski zu. Gleichwohl habe das Konzept seine Haken.

Der Rentenexperte verglich die Sockelrente mit der bestehenden Grundsicherung im Alter. Letztere sei am Bedarf orientiert und damit für den Steuerzahler weitaus günstiger. Zudem müssten Durchschnitts- und Besserverdiener damit rechnen, beim Konzept der Verbände für ihre Rente mehr als bisher zahlen zu müssen. „Das muss man den Menschen auch sagen“, meinte Rogowski. Den Initiatoren des Rentenmodells ist dieser Effekt bewusst: „Breitere Schultern müssen auch mehr tragen“, hieß es in der anschließenden lebhaften Diskussion. Josef Meiers, Rentenexperte der KAB, wies auf die Stärken des Modells hin. So gäbe es höhere Entgeltpunkte für Kindererziehung und eine deutliche Stärkung derjenigen, die heute sehr niedrige Renten beziehen.

In einem zeigten sich alle Beteiligten einig: Das gemeinsame Ziel ist eine zukunftssichere und generationengerechte Rente.

Text: pd
Foto: Heike Honauer
02.05.2018


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