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"Etwas tun für eine gerechte Arbeitswelt!"
Vorstandsmitglieder der KAB St. Paulus Voerde (v. l.): Karl-Heinz Nartmann (Schriftführer), Jürgen Händler (Kassierer), Pfarrer Heinz-Josef Möller (Präses), Michael Schulz (Vorsitzender).
Voerde. "Feiern allein reicht nicht, das haben wir vor zwei Jahren vor unserem 60-jährigen Vereinsjubiläums gespürt", erinnert sich Pfarrer Heinz-Josef Möller, Präses der KAB St. Paulus Voerde. "Wir wollten ganz praktisch für eine gerechtere Arbeitswelt etwas tun", erzählt er weiter. Und so gründete die KAB Voerde flugs einen "Sozialfonds" und schuf einen Arbeitsplatz in der Pfarrgemeinde für einen zusätzlichen Mitarbeiter – sozial versichert und festangestellt. Pastor Möller findet das nur selbstverständlich. "Schließlich", so Möller: "sind wir eine Bewegung für arbeitende Menschen. Und wie vielen Menschen wird Arbeit vorenthalten."
"In unserer Pfarrgemeinde war bereits damals ein 1-EURO-Jobber für verschiedene Arbeiten aktiv und ohne Aussicht auf Anstellung im so genannten "Ersten Arbeitsmarkt" berichtet Jürgen Händler, Kassierer des 200 Mitglieder starken KAB-Vereines. Im Blick auf die Zukunft des allein erziehenden Vaters sei dem Verein schnell klar geworden, dass sie hier dringend was tun müssten. "Eine sozialversicherungspflichtige Festanstellung für ihn war dann sehr schnell unser Kampagnenziel, denn Arbeit als "Gut zum Leben" muss menschenwürdig sein, muss dem Menschen ein Einkommen zum Auskommen gewährleisten", so Pastor Möller.
"Bei der ARGE rannten wir offene Türen ein", erläutert Michael Schulz, Vorsitzender der KAB St. Paulus. "Kurz zuvor hatte uns das Generalvikariat in Münster die Zusage gegeben, dass die Stelle genehmigt ist und dass es sich als Dienstgeber bereit erklärt. Unsere Kirchengemeinde hatte ihrerseits ebenfalls die Mitfinanzierung der Stelle zugesagt", führt Schulz weiter aus, "wir als KAB-Ortverein machten uns dann schnell an die Arbeit, die restlichen 18.000 EURO zu sammeln, damit die Stelle für zwei Jahre garantiert ist". Somit war auch schon der "Sozialfonds" gegründet.
"Natürlich waren wir zunächst auch etwas unsicher", berichtet Karl-Heinz Nartmann, der als Schriftführer der KAB St. Paulus die Vorgänge sorgfältig recherchiert hat. "Unsere Sorge war, etwas Großes zu versprechen und es dann womöglich nicht einhalten zu können." Doch die Erfahrung, die die KAB’ler mit dem Sammeln der Spendengelder von Anfang an machten, waren für die Sammler selbst beeindruckend: "Es gab Kollekten in den Gottesdiensten. Bei Goldhochzeiten wurden Spenden unserem Sozialfonds zugeführt, aus dem Priestersolidariätsfond des Bistums bekamen wir Geld, und auch immer wieder viele Einzelspenden" so Nartmann.
"Doch die beste Aktion war", erzählt Michael Schulz schmunzelnd, " dass unser KAB-Team beim RWE-Städteduell den Rheinbergern davon geradelt sind und nochmals 500 EURO für unseren Sozialfonds gewannen."
Der neue Mitarbeiter der Pfarrgemeinde übt nun – ordnungsgemäß nach Tarif bezahlt – seine Arbeit als Gärtner und Hausmeister aus. "Wir haben einen engagierten neuen Mitarbeiter und er hat an Selbstwertgefühl und Zuversicht gewonnen" freut sich Präses Möller. "Wenn jeder KAB-Verein in unserem Diözesanverband so etwas machen würde, hätten wir 360 Arbeitslose weniger".
Weitere Informationen im Internet:
www.kab-voerde.de
Text/Foto: Martin Mohr













