DIÖZESANVERBAND

Tag der Arbeit 2017

Die Digitalisierung der Arbeitswelt muss menschenwürdig gestaltet werden – das ist die zentrale Forderung der KAB Deutschlands zum 1. Mai 2017. Hier der Aufruf im Wortlaut:

„Arbeit 4.0 darf nicht zum Ausschluss von Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern führen. Fakt ist, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt auf Kosten des Verlustes von Arbeitsplätzen vorangetrieben wird. Besonders betroffen sind die Industrie und Verwaltungstätigkeiten im Dienstleistungsbereich, wo durch digitale Arbeitsprozesse immer mehr Arbeitskräfte ersetzen werden. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands sagt Stopp zum Ausschluss von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durch eine völlig profitorientierte Wirtschaftsweise.

Wir brauchen eine Bildungs- und Arbeitsplatz-Offensive!!
Die derzeitigen Strategien stellen die Weichen auf eine Wirtschaft 4.0 und lassen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer allein. Aus- und Weiterbildung müssen stärker gefördert werden, damit keiner durch die fortschreitende Digitalisierung abgehängt wird. Darüber hinaus müssen neue Arbeitsplätze im Umweltschutz und in der Pflege geschaffen werden.

Wir brauchen soziale Sicherheit bei Arbeit 4.0!!

Der Ausbau der Digitalisierung gefährdet erreichte Standards im Arbeitsrecht, in der Arbeitssicherheit und in der sozialen Sicherung. Ziel muss die Gestaltung einer menschenwürdigen Arbeit 4.0. sein. Crowd-Working und IT-Jobs müssen aus der Grauzone der Scheinselbständigkeit befreit und zu Arbeitsverhältnissen mit allen Sozial- und Arbeitsrechten werden. Internet-Arbeit darf kein rechtsfreier Raum ohne Tarifbindung und Mitbestimmung sein. Atypische und prekäre Beschäftigung müssen abgeschafft werden.
Faire, existenzsichernde und sozialversicherungspflichtige Löhne und Entlohnungen sind Grundvoraussetzung für eine menschenwürdige Arbeit 4.0. Die KAB steht für einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde!

Wir müssen die Entgrenzung der Arbeit 4.0 stoppen!!
Internetarbeit löst die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus sozialen und gesellschaftlichen Strukturen. Arbeit rund um die Uhr, ohne feste Arbeitszeiten, ohne Sonn- und Feiertagsschutz und ständiger Bereitschaft und Verfügbarkeit führen zu einer Entgrenzung des Einzelnen, der Familien und in der Folge auch der gesamten Gesellschaft. Bisher hat es die Bundesregierung versäumt, die Ergebnisse des Arbeitsberichts "Arbeit 4.0" umzusetzen. Wir fordern Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften auf, endlich menschenwürdige Rahmenbedingungen für Internetarbeit europaweit festzulegen!“

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