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Sinn-Kostprobe Nr. 86: "Das Gefühl danach"


Benjamin Schlüter (schwarzes Trikot) und Philipp Wichtrup (blaue Jacke).

"Fußball? Sinnvoll?" fragen wir Benjamin Schlüter und Philipp Wichtrup, Hobby-Fußballer und Trainer des SC Münster United.

"Worin liegt der Sinn des Fußballspielens? Wenn wir so darüber nachdenken, dann sind es vor allem zwei Gründe, die für uns das Fußballspielen ausmachen. Zum einen reizt uns die Tatsache, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Man trainiert gemeinsam, bespricht Taktiken und muss sich zusammen in Spielen gegen andere Mannschaften beweisen. In einem guten Team läuft jeder für jeden und es mangelt nicht an gegenseitiger Aufmunterung, falls mal etwas nicht gelingt. Das gibt jedem Spieler ein Gefühl von Rückhalt.

Interessant ist der Aufbau einer Fußballmannschaft. Ein solches Team besteht zuweilen aus Menschen, die auf den ersten Blick eher wenig verbindet. Der Sport bringt dann Pädagogen und Juristen, Medizinstudenten und Physiker, Familienväter und Studenten zusammen. Diese unterschiedlichen Lebensumstände, die vielleicht dazu führen, dass man im sonstigen Alltag weniger miteinander zu tun hätte, interessieren nicht, weder in der Kabine noch auf dem Platz. Zusammen in der Woche zu trainieren und am Wochenende gegen andere Mannschaften anzutreten, schweißt uns zusammen. Es entstehen Freundschaften auch über den Sport hinaus. Und diese Form von Freundschaft erleben wir als sehr erfüllend und sinnvoll.

Zum anderen ist da das reine, körperliche "Auspowern" beim Fußball. Ein ehemaliger Trainer sagte einmal: "Ich verstehe Trainer nicht, die während einer Saisonvorbereitung mit ihren Spielern joggen gehen. Wirf Fußballern einen Ball in die Mitte und sie werden von selbst laufen und laufen, bis sie nicht mehr können." Und das empfinden wir genauso! Bei nahezu jedem Training und jedem Spiel verfolgt man das Ziel, diesen einen besonderen Pass zu spielen, dieses eine besondere Tor zu schießen oder auch nur dem Gegenspieler besonders auf die Nerven zu gehen. Und dafür läuft man bis zur Erschöpfung. Wir erleben das häufig: eine Nacht mit wenig Schlaf, man quält sich aus dem Bett und fährt zur Arbeit. Dort warten gefühlt 100 Dinge, die organisiert und entschieden werden müssen. Auf dem Weg nach Hause hat man nur noch den Wunsch etwas zu essen und den Rest des Tages auf der Couch zu verbringen. Doch dann wird der innere Schweinehund besiegt. Die ersten Minuten des Trainings sind dann meist die härtesten. Doch irgendwann zählt nur noch das Zusammenspiel mit den anderen. Man läuft und läuft ... Und am Ende des Trainings entsteht das schönste Gefühl: völlig erschöpft unter der warmen Dusche. Dieses tiefenentspannte, beruhigende Gefühl nach dem Fußballspielen empfinden wir als absolutes Glücksgefühl und absolut sinnstiftend!"

Benjamin Schlüter und Philipp Wichtrup trainieren die Fußballer des SC Münster United. Mit Herz, mit Leidenschaft und ohne Geld. Der Club spielt in der Freizeitliga Münster und ist auch in der Wahl der jährlichen Mannschaftsfahrt eine echte Perle: 2014 und 2015 besuchten die United-Kicker Seminare zum Zusammenhang von Fußball, fairem Handel und Nachhaltigkeit beim KAB-Bildungswerk.


Mehr Infos zum SC Münster united: www.sc-muenster-united.de

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Foto: Ansgar Jux
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