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Sinn-Kostprobe Nr. 82: Die Leidenschaft für eine Sache: „Effzeh“


Ulrich Richartz.

Ulrich Richartz.

„Was gehört zu einem sinnvollen Leben?“ haben wir Ulrich Richartz, bekennenden FC Köln-Fan gefragt.

Zu einem sinnvollen Leben gehört für mich auch die Leidenschaft für eine Sache, für einen Verein oder für etwas, dass Begeisterung, aber auch Leid hervorrufen kann. Höhen und Tiefen sind dabei für einen Fan des 1. FC Köln oder einfach auch „Effzeh“ tägliches Brot. Seit ich neun oder zehn bin, bin ich Anhänger der „rheinischen Diva“. Damals spielte der FC ganz oben mit, war erster Meister in der Bundesliga, und 1977/78 nochmals Meister und bisher dreimal Pokalsieger. Ein Erfolg, der lange zurückliegt, aber von dem Schalke-Fans heute noch träumen, weil ihr Verein bekanntermaßen noch nie Meister in der Bundesliga war.
 
Wenn man in Köln aufwächst und die großen Erfolge hautnah mitbekommt, bleibt keine andere Wahl als FC-Fan zu sein. Man könnte es sich auch einfach machen und sich einen Verein aussuchen, der immer Erfolg hat, so wie den FC Bayern, aber das ist nur was für Leute, die es sich zu einfach machen und immer bei den Siegern sein wollen. Wahre Leidenschaft? Meistens Fehlanzeige. Eigentlich kann man sich auch gar keinen Verein „aussuchen“. Das beschreibt Frank Goosen, Kabarettist und Autor aus Bochum treffend: „Wer als Fan richtig sozialisiert wurde, also Papa … Stadion … richtiger Verein. Der bleibt dann auch lebenslang Fan dieses Vereins. Wer missioniert wurde oder nach ein paar Jahren wechselt, ist kein wirklicher Fan.“

Meine Liebe zum FC ging so weit, dass ich jede Zeitungsschlagzeile und jeden Artikel aus den Kölner Zeitungen erst an meine Kinderzimmerwand und später in Aktenordner geklebt habe. Mit den Ordnern, die ich übrigens heute noch besitze, bin ich dann zu den Autogrammstunden von Toni Schumacher, Bernd Cullmann und Heinz Flohe gegangen, um reihenweise Autogramme neben die Artikel setzen zu lassen. Bereits als 10-Jähriger habe ich mir beim „Express-Telefon“ die Finger wund gewählt (Generation Wählscheibe!), um mit „meinem Star“ Toni Schumacher zu reden und dann, als er endlich am Telefon war, vor Aufregung nichts Anständiges mehr sagen zu können.

Die Liebe zum FC hält nun schon verdammt lange an und der FC hat es noch nicht geschafft, diese Liebe zu zerstören. Auch wenn er sich oft alle Mühe dazu gibt. Im Moment läuft´s ja auch einigermaßen. Mal sehen, was die Zukunft so bringt.

Fußball ist für mich allerdings keine „Ersatzreligion“. Brauch ich auch nicht, da ich ja schon eine richtige habe. Und das Journalistengeschwätz vom „Fußballgott“ oder vom „Fußballmessias“ halte ich für lächerlich. Musste mal gesagt werden.


Ulrich Richartz (* 1965) ist seit 2010 Geschäftsführer der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen (DiAG-MAV) im Bistum Münster. Vorher war er 18 Jahre Rechtsberater bei der KAB im Diözesanverband Münster. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt heute am Niederrhein.

Am 14.05.2016 ist der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga der Männer, Saison 2015/2016.


Foto: Tim Richartz, fotografierer.de
13.05.2016

 

 


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