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Sinn-Kostprobe Nr. 60: Sinn kann man spüren.


Martin Merkens.

"Was gehört zu einem sinnvollen Leben?" fragen wir Martin Merkens, Referent in der Seelsorge für Menschen mit Behinderungen.

"Sinn beschreiben ist ja ganz schön. Aber Sinn spüren ist noch viel wichtiger. Seit fast zehn Jahren bin ich für die Seelsorge für Menschen mit Behinderungen "zuständig". Dabei habe ich gelernt: Sinn kann man spüren, zum Beispiel in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, wenn manchmal mit großer Kreativität und viel Aufwand "Vorrichtungen" gebaut werden, damit Menschen eine Tätigkeit selbst ausführen können. Je geringer die nach rein ökonomischen Kriterien beurteilte Leistungsfähigkeit und je unscheinbarer das Arbeitsergebnis, desto stärker spürt man, welchen Sinn Arbeit für Menschen hat. Beim Singen leichter Lieder im Gottesdienst spürt man: Das macht auch für Menschen Sinn, die gar nicht sprechen und deshalb auch nicht singen. Es ist spürbar, dass die durch die Stimmen erzeugte Stimmung sie berührt.

Und nicht zuletzt gilt: Sinn zu erleben ist dann besonders wichtig, wenn eben gerade kein Sinn zu spüren ist. Und solche Situationen gibt es bei allen Menschen früher oder später."

Martin Merkens (* 1962) ist Pädagoge und arbeitet seit 2006 im Bereich der Seelsorge für und mit Menschen mit Behinderungen. Der dreifache Vater lebt mit seiner Familie in Lüdinghausen. Seine Liebe gehört u. a. der Musik – Martin Merkens spielt Gitarre, hört gerne Radioaufnahmen, vor allem Jazz und liest gerne und viel, mit Ausnahme von Krimis …


Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung, ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Aktionstag.


Foto: privat
04.12.2015


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