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Sinn-Kostprobe Nr. 51: Zwei Seiten einer Medaille


Gerhard Gertsen.

"Was gehört zu einem sinnvollen Leben", fragen wir Gerhard Gertsen, Betriebsratsvorsitzender aus Emmerich am Rhein.

"Sinnvoll leben" und "sinnvolle Arbeit" sind für mich zwei Seiten einer Medaille. Sie gehören unabdingbar zusammen. Meine Arbeitskraft erstreckt sich auf Erwerbsarbeit und Ehrenamt und ich bin froh, beides miteinander verbinden zu können.

Viele Menschen finden in ihrer ehrenamtlichen Arbeit Freude und Anerkennung und das, was im ehrenamtlichen Bereich möglich ist, darf für Erwerbsarbeit keine Vision sein. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass menschliche Arbeit eine würdevolle Arbeit ist. Eine Arbeit, die Raum und Zeit lässt für Familie und Begegnung, die an faire Bedingungen geknüpft ist in der Entlohnung, der Arbeitsplatzgestaltung und dem zeitlichen Rahmen. Eine Vollzeitarbeitsstelle, von der man nicht leben kann, nimmt den Menschen Teilhabe und Würde. Das Recht der Arbeitnehmer für die Wahrung ihrer Interessen einen Betriebsrat zu wählen und für ihre Forderung nach Teilhabe auch zu einem Streik aufzurufen, darf nicht beschnitten werden.

Wenn wir über den Sinn und die Würde des Lebens nachdenken, ist sinnvolle und würdevolle Arbeit meist unausgesprochen mitgedacht. Die Realität zeigt mir jedoch, dass es des täglichen Einsatzes und des täglichen Kampfes bedarf, sich für die Würde der Menschen in der Arbeitswelt einzusetzen – vor Ort, in Deutschland und der Welt."

Gerhard Gertsen ist Betriebsratsvorsitzender und seit 2007 Mitglied im Bundesvorstand der IG Metall. Der gelernte technische Zeichner ist verheiratet und Vater einer Tochter. In seiner Heimatstadt Emmerich am Rhein ist er als Mitglied der CDU im Rat der Stadt und in der Ortsgruppe der KAB aktiv.

Der "Arbeit" wird Anfang Oktober gleich zweimal gedacht: Am 7. Oktober wird weltweit der "Tag der menschenwürdigen Arbeit" begangen – der 5. Oktober ist der "Internationale Tag des Ehrenamtes".


Foto: privat
02.10.2015


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