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Sinn-Kostprobe Nr. 50: "Mit anderen Augen durch meine Stadt"


Ingrid Ullrich.

"Was gehört zu einem sinnvollen Leben", fragen wir Ingrid Ullrich, Mitarbeiterin der KAB Deutschlands aus München und Kunstgeschichtlerin.

"Mit 46 Jahren habe ich am Abendgymnasium das Abitur gemacht. Für mich als Spross einer Arbeiterfamilie etwas Besonderes, denn Anfang der 1960er Jahre, als der entsprechende Schulwechsel anstand, war das nicht im Blick. "Du hast gute Noten, mach‘ die Mittlere Reife und geh‘ ins Büro!" war die Devise.

Und inzwischen zählen die vier Jahre in der Abendschule zu den interessantesten Jahren meines Lebens. Nach dem Abi hatten es meine meist jüngeren Klassenkameraden nicht schwer, mich zur Uni mitzuziehen. Dank Gleitzeit konnte ich acht Semester lang Arbeit und Studium verbinden. Kunstgeschichte! Eine brotlose Kunst, aber nachdem ich schon einen Beruf habe, war ein Studium nur "zum Spaß" kein Problem. Geschichte, verknüpft mit Gemälden, Skulpturen und Bauwerken: spannend! Keine trockenen Jahreszahlen und auswendig gelernte Ereignisse mehr. Wichtig ist: Was wird dargestellt? Was war der Anlass? Wer war der Künstler, der Baumeister? Welche Umstände, welche Einflüsse haben ihn geprägt? Wie haben die Menschen jener Zeit gefühlt, gedacht, gelebt?

Ich gehe jetzt mit anderen Augen durch meine Stadt, ins Museum, lese viele Bücher. Jeder Ausflug, jede Reise wird zur Exkursion. Mein Leben hat einen wertvollen Sinn dazu bekommen. In wenigen Monaten gehe ich in Rente, dann will ich mich beim Bildungswerk zum "Studium generale" anmelden.

Ingrid Ullrich (* 1952 in Bamberg) arbeitet in der Bundesgeschäftsstelle der KAB in München. Mit 18 Jahren ging sie als "Aupair" nach London. Aus dieser Zeit rührt ihre, wie sie sagt, "Liebe für alles Britische" und ihre Liebe zur Oper und klassischer Musik. Die gelernte Industriekauffrau singt selbst seit 10 Jahren im Kirchenchor von St. Georg in München-Milbertshofen.


Foto: Rudi Letschert
25.09.2015


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