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Gleiche Bezahlung von Frauen und Männern


Ortrud Harhues (KAB), Elisabeth Hönig (KAB), Elisabeth Löckener (Familienbund), Barbara Richter-Hofschlag (kfd), Alice Reifig (kfd) und Sigrun Jäger-Klodwig (Familienbund).

Ortrud Harhues (KAB), Elisabeth Hönig (KAB), Elisabeth Löckener (Familienbund), Barbara Richter-Hofschlag (kfd), Alice Reifig (kfd) und Sigrun Jäger-Klodwig (Familienbund).

Münster. Der Sitzungssaal in der Bischof-Hermann-Stiftung platzte am 16. November 2018 aus allen Nähten. Zur ausgebuchten Auftaktveranstaltung des Equal Pay Days 2019 (EPD), zu der die Diözesanverbände der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) sowie der Familienbund der Katholiken im Bistum Münster eingeladen hatten, kamen trotz der kurzfristigen Absage von Bundesumweltministerin Svenja Schulze mehr als 50 Zuhörerinnen und Zuhörer.

Vertreterinnen der drei Verbände diskutierten mit Josefine Paul (Grüne Landtagsfraktion NRW), Barbara Eckhorst (Vorstand Business Professional Women Club Münster e. V.) sowie Ingeborg Pelster und Hannah Koppetz von der Gewerkschaft ver.di über die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern. Auch Maria Klein-Schmeink (MdB und gesundheitspolitische Sprecherin, Grüne) nahm spontan teil, um mit den Frauen ins Gespräch zu kommen. Die breite Reaktion von Seiten der Politikerinnen zeigt, dass das Thema Gleichbezahlung parteiübergreifend auf großes Interesse trifft.

„Was ist unsere Arbeit wert?“ So lautet das Jahresthema des EPD 2019. Dabei geht es um die Wertigkeit von Arbeit, aber auch die Vergleichbarkeit von beruflichen Leistungen. Warum werde ein Techniker, der das EDV-Programm einer Maschine kennt, nach einem Tarif bezahlt, der vier Klassen über dem einer Sekretärin liegt, die ein breites Spektrum von Software beherrsche und dazu noch drei Fremdsprachen spreche? Dies seien Diskriminierungen im Tarifsystem, wie Ingeborg Pelster von ver.di nachvollziehbar darlegte.

Fakt sei auch, dass Belastungen in „typischen Frauenberufen“ geringer bewertet werden als Belastungen in „typischen Männerberufen“. Gefragt sei hier eine gerechtere Stellenbewertung und eine gesamtgesellschaftliche Veränderung. Immer noch liegt die Entgeltlücke bei 21 Prozent. Obwohl das Entgelttransparenzgesetz und das Rückkehrgesetz von Teilzeit in Vollzeit Schritte in die richtige Richtung seien, habe sich an der ungerechten Bezahlung noch nicht viel getan, kritisieren die Verbände.

Politikerinnen wie Josephine Paul und ver.di-Vertreterinnen fanden dazu eindeutige Worte und boten Gedankenanreize: Es sei die Aufgabe von Politik, die Rahmenbedingungen für eine gerechte Bezahlung zu schaffen. Die 21-prozentige Entgeltlücke habe vielfältige Ursachen – hinnehmbar sei sie deshalb nicht. Daran müsse gemeinsam mit ver.di und anderen Organisationen gearbeitet werden.

Rund 40 Frauen unterzeichneten spontan eine Münsteraner Erklärung für Gleichbezahlung, in der sie eine gerechte Rente, eine paritätische Vertretung in der Politik fordern sowie ein Entgelttransparenz- und Rückkehrrecht von Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung, das für alle ArbeitnehmerInnen in allen Unternehmen gilt – unabhängig von der Beschäftigtenzahl. Die Zeit sei reif für eine Neubewertung der frauentypischen Berufe und den Abbau von finanziellen Ausbildungshürden. Die Unterschriftenliste wird in verschiedenen Gremien ergänzt und an die politischen Parteien im Bistum Münster weitergeleitet.


Text: kfd/pd
Foto: KAB/pd
22.11.2018


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