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Lebendige Diskussionen im KAB-Zelt beim Katholikentag


Die Polit-Prominenz gibt sich die Ehre und stellt sich den Fragen zur Digitalisierung. (von li.) Alois Glück, der Bundesvorstand der KAB Deutschlands, Maria Etl und Andreas Luttmer-Bensmann sowie Hermann Gröhe.

Die Polit-Prominenz gibt sich die Ehre und stellt sich den Fragen zur Digitalisierung. (von li.) Alois Glück, der Bundesvorstand der KAB Deutschlands, Maria Etl und Andreas Luttmer-Bensmann sowie Hermann Gröhe.

Münster. „Ich habe Angst, dass mein Arbeitsplatz schon bald ein Computer oder Roboter übernimmt!“ „Die digitale Vernetzung eröffnet uns viele neue Möglichkeiten, die vielleicht unser Zusammenleben besser gestalten lässt!“ Die Auseinandersetzung um Chancen und Risiken in einer digitalisierten Arbeitswelt dominierten die Diskussionen und Aktionen am KAB-Stand auf dem 101. Katholikentag in Münster.

„Suche sozialen Frieden“ hat die KAB Deutschlands ihren Auftritt auf dem Münsteraner Katholikentag überschrieben. Für viele Besucherinnen und Besucher der Katholikentagsmeile, die zum Stand der KAB kamen, haben deshalb die Fragen um die zukünftigen Gestaltung der Arbeitswelt und damit verbunden unseres zukünftigen gesellschaftlichen Zusammenlebens hohe Priorität. „Hier hat die KAB ein äußerst wichtiges Thema aufgegriffen“, bescheinigt der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer, den KAB-Vertreter*innen am Stand. „Die Suche und damit die Forderung nach einer sozial gerechten Gesellschaft ist für viele Menschen in Deutschland entscheidend“, so Langendörfer.

So haben 48 Prozent der Besucher einer Katholikentagsveranstaltung erklärt, dass sie, obwohl sie selbst keine sozialen Abstiegsängste hätten, die deutsche Gesellschaft an vielen Stellen für sozial ungerecht halten. So fand die Aktion des KAB-Diözesanverbandes Münster, zwei Roboter mit ihren Sorgen und Ängsten und auch Hoffnungen und Erwartungen zu „füttern“ sehr großen Anklang.

Am Stand der KAB stellten sich der ehemalige Bundesgesundheitsminister und neu-ernanntes Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung, Hermann Gröhe, und der ehemalige ZdK-Präsident Alois Glück sowie die SPD-Vorsitzende und frühere Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles der Diskussion um die Gestaltung der Arbeitswelt 4.0. Tenor war, dass die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt einer der dringendsten Aufgaben der Gewerkschaften und Tarifparteien, der Arbeitnehmervertreter und der Politik sein muss, damit niemand von dieser Entwicklung sozial abgeschnitten werde.

Machtfrage: Wem gehört die Welt?
Über die machtpolitischen Konsequenzen einer Wirtschaft 4.0 informierte der ehemalige Ökonom und heutige Chefredakteur von Publik Forum, Dr. Wolfgang Kessler. „Wem gehört die Welt?“, fragte er die Katholikentagsbesucher*innen und beantwortete diese Frage mit klaren Fakten. Da sind zum einen große Vermögensgesellschaften wie die Fondsgesellschaft „BlackRock“, die in allen Bereichen der Wirtschaft und auch der Gesundheitsversorgung hohe Anteile besitzen und auf der anderen Seite die großen Daten-Konzerne wie Google und Facebook, denen es zum einen darum gehe, die höchste Rendite aus Arbeit schöpfen und sich zum anderen aus den persönlichen Daten der Menschen zu verdienen.

Er forderte daher eine Renaissance des Staates, um die Gestaltung der Gesellschaft nicht Aktienkonzernen zu überlassen. „Unternehmen wie Facebook müssen enteignet werden“, forderte Kessler. Der Staat müsse Regeln setzen und die Politik müsse ihre Folgebereitschaft gegenüber der Wirtschaft aufgeben.

Dem Protest aus der Gesellschaft komme deshalb eine große Bedeutung zu, denn der politische Widerstand müsse sich auf der Straße zeigen. Hier käme Verbänden wie der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung und anderen Sozialverbände eine wichtige Aufgabe zu, da sie unabhängig vom Wirtschaftssystem Missstände und Lösungen formulieren und einfordern können. „Der Kapitalismus wird nicht an sich zusammenbrechen. Eher besteht heute die Gefahr für unsere Gesellschaft von rechts“, so Kessler.


Text/Foto: KAB Deutschlands
14.05.2018


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