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Altersteilzeit in der AVR


KAB-Rechtssekretärin Margret Nowak.

KAB-Rechtssekretärin Margret Nowak.

Münster. Altersteilzeit – gibt es die eigentlich noch in den Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes (AVR)? KAB-Rechtssekretärin Margret Nowak gibt Auskunft:

„Viele Beschäftigte in Einrichtungen der Caritas überlegen im Zugehen auf die Altersrente, wie sie die letzten Arbeitsjahre vor Beginn des neuen Lebensabschnittes gestalten können. Eine immer noch existierende Möglichkeit hierbei bietet die Altersteilzeit.

Denn – Wer das 60. Lebensjahr vollendet und in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit drei Jahre in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gestanden hat, kann Altersteilzeit weiterhin in Anspruch nehmen. Allerdings „kann“ heißt nicht „muss“. Dieses „kann“ bezieht sich auch auf die Dienstgeberseite.

Einen Rechtsanspruch auf einen Altersteilzeitvertrag hat nur, wenn unter 2,5 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Teilzeitregelung im Sinne des Altersteilzeitgesetzes teilnehmen. Stichtag hierfür ist jeweils der 31. Mai des Vorjahres. Allerdings gilt auch bei Nicht-Erfüllen dieser Quote, dass der Dienstgeber „ausnahmsweise“ die Vereinbarung ablehnen kann, wenn dienstliche oder betriebliche Gründe entgegenstehen. Hieraus folgt, dass ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit leider nicht besteht.

Potentiellen Antragstellern stellt sich sicher die Frage, wie es mit der Finanzierung aussieht, sollte der Dienstgeber dem Antrag stattgeben und Altersteilzeit gewähren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für das so genannte „Blockmodell“ entscheiden – also das Modell, bei dem in der Ansparphase voll gearbeitet wird – erhalten die Hälfte der Regelvergütung sowie der sonstigen Vergütungsbestandteile (z. B. Zulage für die Pflege geriatrischer Patienten), die sie jeweils erhalten würden, wenn die bisherige wöchentliche Arbeitszeit nicht reduziert worden wäre. Die andere Hälfte der Vergütung fließt in ein Wertguthaben ein. Dieses Wertguthaben wird in der Freistellungsphase der Altersteilzeit in Raten monatlich wieder ausgezahlt.

Sowohl die monatliche Vergütung als auch das Wertguthaben nehmen an Gehaltssteigerungen teil. Die zustehende Vergütung wird um 20 % aufgestockt. Diese Erhöhung wird jedoch für Einmalzahlungen, wie Weihnachtsgeld oder Jahressonderzahlung, aber auch für geleistete Überstunden und Mehrarbeit nicht gezahlt. Außerdem zahlt der Dienstgeber zusätzliche Aufstockungsbeträge in die Deutsche Rentenversicherung ein.

Während der Freistellungsphase der Altersteilzeit können die Mitarbeiter im Umfang einer geringfügigen Beschäftigung (weiter) arbeiten.

Viele fragen sich, was passiert, wenn sie während der Arbeitsphase der Altersteilzeit länger arbeitsunfähig erkranken. Zunächst zahlt der Dienstgeber alle oben beschriebenen Leistungen im Rahmen der Lohnfortzahlung und selbstverständlich auch die Krankengeldzuschüsse entsprechend der Betriebszugehörigkeit für 13 bzw. 26 Wochen.

Anschließend wird von der Krankenkasse entsprechend Krankengeld gezahlt. Wird der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin jedoch so langfristig arbeitsunfähig, dass Krankenbezüge nicht mehr im Rahmen der Lohnfortzahlung gezahlt werden, verlängert sich die Arbeitsphase um die Hälfte des Zeitraums der Arbeitsunfähigkeit.

Im Gegensatz dazu wird bei der Flexiblen Altersteilzeit (FALTER) für zwei Jahre die Arbeitszeit von Beginn der Altersteilzeit an um die Hälfte reduziert und dann entsprechend um zwei weitere Jahre auch im reduzierten Umfang weiter gearbeitet. In diesem Modell wird ein schleichender Übergang in die Altersrente ermöglicht. Nach Erreichen der Altersgrenze wird ein Arbeitsvertrag für die Zeit von zwei Jahren unter der Bedingung abgeschlossen, dass das Dienstverhältnis bei Inanspruchnahme einer mehr als hälftigen Teilrente oder einer Vollrente endet.

Das Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter eine abschlagsfreie Altersrente beziehen kann oder zum vereinbarten Zeitpunkt.

Die Regelungen gelten für Mitarbeiter, die bis zum 01.01.2019 ihren Altersteilzeitvertrag beginnen können.“

KAB-Mitglieder haben Anspruch auf Rechtsberatung in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Infos zur Mitgliedschaft finden Sie hier oder in den Geschäftsstellen der KAB.


Text: Margret Nowak
Foto: Werner Gehlmann
28.03.2018


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