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Digitalisierung aktiv mitgestalten


Bezirksvorsitzende Sigrid Audick dankt DGB-Gewerkschaftssekretär Volker Nicolai für seinen Vortrag.

Steinbeck. „Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt, umschrieben mit ‚Arbeit 4.0‘ ist ein Sprung in eine andere Arbeitswelt. Aber diese Zukunft der Arbeit beginnt nicht morgen, sie ist bereits heute in vollem Gange!“ Mit diesem Statement eröffnete DGB-Gewerkschaftssekretär Volker Nicolai am Samstag, 13. Januar, in Steinbeck sein Referat zum Thema der Chancen und Risiken der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt.

Audick wünscht erfolgreiche Arbeit in 2018

Nicolai war der Einladung der Katholischen Arbeitsnehmer-Bewegung (KAB) zu ihrer Jahresauftaktveranstaltung gefolgt. Die KAB-Bezirksvorsitzende Sigrid Audick grüßte zu Beginn der Veranstaltung die Vertreter der 27 KAB-Vereine und wünschte allen Anwesenden gutes und erfolgreiches Gelingen ihrer Arbeit im neuen Jahr. Zugleich führte sie in das neue KAB-Schwerpunktthema „ARBEIT. MACHT. SINN.“ ein.

Chancen und Risike der Digitalisierung

Mit fünf Thesen beschrieb Nicolai anschließend die Auswirkungen der Digitalisierung aus gewerkschaftlicher Sicht. Am Beispiel des Gesundheitswesens verdeutlichte er Chancen und Risiken der Digitalisierung. Im medizinischen Bereich werde mit hohem digitalem Einsatz zum Nutzen für den einzelnen Patienten gearbeitet. Andererseits führe die Verdichtung der Arbeit und die ständige Erreichbarkeit von Arbeitnehmern zu digitalem Stress, der zu einer Erhöhung des gesundheitlichen Risikos und mit einer Zunahme von psychischen und psychosomatischen Beschwerde führe, erklärte der DGB-Gewerkschaftssekretär.

Prekäre Arbeitsverhältnisse nehmen zu

Die zunehmende „Crowd-Scourcing“-Ökonomie, das Auslagern von betrieblichen Aufgaben auf globalen digitalen Plattformen, setze ferner die Arbeitsbeziehungen zusätzlich unter Druck. „Hinter den Sharing-Plattformen stehen höchst kapitalistische Geschäftsmodelle mit dem Ziel der Kommerzialisierung des Privaten“, beschrieb Nicolai. Dass „Crowd-Scourcing“ kein Randphänomen darstellt, verdeutlichten zwei Zahlen: 2300 Crowdscourcing-Plattformen arbeiten weltweit, 18,9% der deutschen Unternehmen arbeiten mit anonymen Produzenten in den Crowds zusammen. Die Folgen: globaler Konkurrenzdruck auf die Crowd-Arbeiter, Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen, digitaler Kontrolle der Arbeit und Endsolidarisierung der Gesellschaft.

„Mischen Sie sich ein“, lautete deshalb die Forderung von Nicolai am Schluss seiner Ausführungen. Die zunehmende Digitalisierung der Arbeit und der Gesellschaft sei ein politischer Prozess, der von der Gesellschaft gestaltet werden müsse.

Prof. Dr. Joachim Wiemeyer kommt zum Bezirkstag

Diese Fortsetzung erfolgt im Rahmen des KAB-Bezirkstags 2018, der am 21. April in Hopsten stattfindet. Zu dieser Veranstaltung ist es gelungen, mit Prof. Dr. Joachim Wiemeyer, dem Lehrstuhlinhaber für „Christliche Gesellschaftslehre“ an der Katholisch-Theologischen Ruhruniversität Bochum, einen renommierten Referenten gefunden zu haben, der die Digitalisierung der Arbeitswelt aus sozialethischer Sicht beleuchten wird. Mit dem Ausblick auf weitere Veranstaltungen des Bezirksverbandes – die Bezirkswallfahrt zur Mutter Anna nach Hopsten-Breischen findet am Sonntag, 2. September, statt – und mit dem Hinweis auf aktuelle Bildungsangebote (www.kab-bildungswerk.de) beendete Regionalsekretär Josef Mersch die Jahresauftaktveranstaltung.

Text und Bild: Josef Mersch
15. Januar 2018


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