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Sinn-Kostprobe Nr. 141: Verwegen sein dürfen


Ariane Raspe.

"Was bedeutet sinnvoll leben für Sie?", fragen wir die Schauspielerin Ariane Raspe aus Essen.

"Meine große Leidenschaft wurde zu meinem Beruf. Ich bin Schauspielerin. Nach einem langen Atem, vielen anderen, parallelen Jobs habe ich nun das Glück, von der Schauspielerei leben zu können. Mein Leben ist nicht luxuriös – mein Luxus ist der, beruflich das zu machen, was mir Spaß macht. Dafür ernte ich, auch im wahrsten Sinne des Wortes, viel Beifall.

Am liebsten bringe ich das Publikum zum Lachen. Das Publikum gibt mir die Energie, die ich aussende, zurück. Durch diesen Austausch wird die Vorstellung erst vollkommen. Kinder sind das kritischste Publikum. Kinder sind so ehrlich. Sie haben noch keine Maske auf und reagieren sofort – wenn ihnen etwas gefällt und wenn es ihnen nicht gefällt. Gelingt es mir in der Figur des Wichtels, die Kinder zum Mittanzen und Mitsingen zu bewegen, erfüllt es mich mit größter (Sinn-)Freude. Wenn ich später – ohne Kostüm und unerkannt – höre "Mama, weißt du eigentlich was Wichtel so machen?", lächele ich und denke: Es hat wieder funktioniert.

Schmerzlich vermisse ich manchmal mein früheres Hobby Lesen. Schauspieler sind permanent damit beschäftigt, Stücke zu lesen und Texte zu lernen. Im Urlaub habe ich nun immer Textlernhefte statt Bücher dabei. Abends schwirrt mir mitunter der Schädel. Aktuell habe ich die Texte von dreizehn Produktionen gleichzeitig im Kopf. Da geht einfach nichts mehr rein. Hört sich das nach schwerem Klagen an? Soll es nicht. Tatsächlich habe ich keine Zeit mehr für Hobbies und kaum Zeit für Familie und Freunde zu haben, ist nicht immer leicht zu ertragen. Glücklicherweise werden oft liebe Kollegen aus den "Theaterfamilien" zu guten Freunden, mit denen ich spät, nach getaner Arbeit - gegen 23/23.30 Uhr - noch ein Feierabendbierchen trinken kann. Dann tut der Blick auf die Sonnenseiten meines Berufes gut: Jede Rolle katapultiert mich in ein anderes Leben – das der Figur, die ich spiele. Für die Dauer des Stückes sind meine eigenen Sorgen komplett ausgeschaltet und im Schutz der Rolle darf ich verwegen sein und mich Dinge trauen, die ich privat nie wagen würde.

Ein großes Glück ist, dass mein Lebensgefährte immer wieder mein Spielpartner auf der Bühne und bei Chanson-Abenden am Klavier ist. Die Freude und Energie, die uns bei diesen gemeinsamen Auftritten umgeben, sind immer wieder sinnbringend.

Mein Beruf füllt mich voll und ganz aus, er macht mich glücklich und darin sehe ich (m)einen Lebenssinn: Ein erfülltes und glückliches Leben zu führen.

So oft ich kann, danke ich Gott für die Kraft und Energie, die er mir geschenkt hat und immer wieder neu schenkt, diesen für mich richtigen Weg zu gehen. Wenn mich Gastspiele in andere Städte führen, "besuche" ich Gott in den dortigen Kirchen. Auch an diesen Orten danke ich Gott dafür, dass er mich meinen Traumberuf hat ergreifen lassen und mich damit auf einen guten Weg gebracht hat."

Ariane Raspe (* 1976) studierte Schauspiel in Köln und lebt derzeit in Essen. Sie ist auf der Theaterbühne wie auch in verschiedenen Fernsehproduktionen wie "Stromberg", "Pastewka" und "Ostfriesenkiller" zu sehen. Seit 2004 spielt sie u. a. im Ensemble der Schloss-Spiele Hohenlimburg in Bühnenwerken wie "Ein Sommernachtstraum" oder "Hamlet". Zeitgenössische Komödien spielt sie im Theater an der Volme in Hagen und im Theater Courage in Essen.


Mehr auf www.ariane-raspe.de und www.kristina-schwarz.de 

Foto: Thomas Leidig
21.07.2017


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