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Sinn-Kostprobe Nr. 133: „Was, wenn ich gar nichts tue?“


„Sinnvoll leben – was fällt dir dazu ein?“, fragen wir Renate Buchgeister aus Freiburg im Breisgau.

„Was macht Sinn? Ganz ehrlich, wenn ich von den vielen Krisen und Katastrophen höre und sehe, dann frage ich mich: Was macht Sinn? Macht es Sinn, angesichts der Überschwemmungen in Peru, der Hungersnot im Südsudan, des Krieges in Syrien, der Schicksale unzähliger Flüchtlinge etwas zu tun? Und wenn ja, was? Ich fühle mich davon überfordert, ich denke, wenn ich 100 Euro spende, dann ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Ist das nicht einfach ein moderner Ablass: ich spende Geld und mein Gewissen wird dadurch etwas beruhigt?

Das schlechte Gewissen, hier in Frieden und Wohlstand zu leben, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung zu haben, mich frei bewegen und äußern zu können und Essen im Überfluss. Aber ist es nicht paradox, mich für das zu schämen, was eigentlich für alle selbstverständlich sein sollte? Was ist, wenn ich gar nichts tue? Gilt es nicht auch Vorbild zu sein für meine Kinder? Ist es nicht meine Pflicht als Christin, zu helfen, mit den Mitteln die ich zur Verfügung habe? Hoffe ich nicht auch umgekehrt auf Hilfe, wenn ich in Nöten bin?

Es gibt das bekannte Sprichwort „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“ Und ich wünsche mir eine Welt, in der Menschen in Frieden leben können, nicht hungern oder um ihr Leben fürchten müssen. Ja, es macht Sinn, sich zu engagieren, wie klein der Beitrag auch sein mag. Übrigens: Meine 10-jährigen Töchter waren sehr erschüttert über die Hungersnot im Südsudan. Gemeinsam haben wir überlegt, was wir tun könnten. Ich habe auch mit der Klassenlehrerin gesprochen, ob sie das Thema aufgreifen könnte und vielleicht eine Aktion mit den Kindern organisieren würde. Fazit: Die Kinder haben kleine Vögel gebastelt und sich an einem Samstag getroffen, um die Vögel gegen eine Spende an die Menschen bei uns im Ort zu verteilen. Sie haben 200 Euro zusammengebracht und mussten sogar noch ein paar Vögel nachliefern und sind motiviert, noch weiterzumachen. Sie haben einfach gesehen, geurteilt und gehandelt, ohne sich die Frage nach dem Sinn zu stellen. Es war für sie eine Selbstverständlichkeit.“

Renate Buchgeister (* 1974) ist gelernte Krankenschwester und Musiktherapeutin, absolviert aktuell ein Masterstudium in Erziehungswissenschaft und arbeitet seit Dezember 2016 als KAB- Diözesansekretärin in Freiburg im Breisgau.


Vom 26. - 28. Mai 2017 findet der Bundesverbandstag der KAB in Krefeld statt – viele Delegierte aus ganz Deutschland beratschlagen dann, was zu tun ist, um ein gutes Leben für alle, weltweit zu ermöglichen.


 Foto: Renate Buchgeister
26.05.2017


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