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Arbeit.Macht.Sinn.


Der zweite gemeinsame Bezirkstag der Katholischen Arbeitnehmerbewegung –KAB- der Bezirke Kleve und Wesel versammelte sich am 6.05.2017 im Bürgerhaus in Uedem.  120  Delegierte aus den Kreisen Wesel und Kleve beschäftigten sich mit den Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt.

Der Bezirkstag begann mit dem  Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius. Die Zelebranten waren Pfarrer Michael Wolf und Prälat Peter Kossen. In seiner Predigt ging Prälat Peter Kossen auf die Gefühlslage vieler Gottesdienstbesucher zur Zukunft von Kirche und KAB ein und ermutigte die Anwesenden mit dem Satz „ Es kommt auf Dich an, aber es hängt nicht von Dir ab“. Viele Gläubige haben die Angst, wenn sie sich nicht mehr engagieren können oder wenn sie sich zu wenig engagieren löse sich die Kirche langsam auf. Kossen ermutigte zu Gottvertrauen: „Glauben heißt auf Gottes Möglichkeiten hoffen“. Wir müssen uns nicht um Inhalt, Bestand und Fortbestand der Kirche kümmern. Dafür ist gesorgt, lange vor uns und für ewig.

Nach dem Gottesdienst zogen die Delegierten in einem Bannerzug gemeinsam zum Bürgerhaus.

Im Bürgerhaus begrüßte Dietmar Stalder die Delegierten und Gäste und eröffnete den Bezirkstag. Namentlich begrüßte er die Gäste Walter Kanders, 2. stellv. Bürgermeister Uedem; Norbert Janssen, Leiter des  HVHS Gottfried Könzgen  der KAB und  CAJ, Haltern; Anna Lena Vering, CAJ Diözese Münster; Marc Rosenthal, Frank Thon, DGB Wesel und Kleve;  Sabine Jordan, Attac, Kreis Kleve. 

In seinem Grußwort für die Gemeinde Uedem stellte Walter Kanders seine Gemeinde vor, lobte das Engagement der der KAB und forderte die Anwesenden auf ihr Wahlrecht bei der kommenden Landtagswahl zu nutzen.

Prälat Peter Kossen aus Lengerich, Priester der Diözese Münster,  leidenschaftlicher und überzeugter Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, führte mit einem bemerkenswerten Referat in das obige Thema ein.

Peter Kossen stellte in seinem Referat seine Erfahrungen mit den unmenschlichen Arbeitsbedingungen, menschenverachtendem Umgang,  miserablen Wohnbedingungen, schlechter Bezahlung in vielen Bereichen unserer Wirtschaft, vor. Er bezeichnete den Missbrauch von Werksverträgen und Zeitarbeitsverträgen als Krebsgeschwüre der Volkswirtschaft. Unternehmen, die mit und in diesem System arbeiten bewegen sich in kriminellen Strukturen. Diese Strukturen sind moderne Sklaverei. Als Skandal bezeichnete Prälat Kossen das Faktum, dass die Personalkosten bei Werksvertragsarbeit als „Sachkosten“ verrechnet werden. Dem Arbeiter wird hier jedes Persönlichkeitsrecht und Menschenwürde genommen. Die Methoden der Unterdrückung und Ausbeutung sind sehr vielfältig.

Kossen forderte auf diese Missstände nicht zu akzeptieren, sondern sie aktiv zu bekämpfen, das ist auch die Verantwortung der KAB. Er forderte zum entschlossenen Handeln auf mit dem Zitat von Bischof Jacque Gaillot „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts!“      

Die gemeinsame Herbstarbeitstagung im September werden die Vereine in den Bezirksverbänden nutzen und eine Stellungnahme und Handlungsvorschläge für die KAB-Vereine erarbeiteten. Der DGB wird sich beteiligen.

Nach der Mittagspause berichteten die Bezirksvorsitzenden Dietmar Stalder, Kleve und Jürgen Dötsch, Wesel mit Unterstützung von Vorstandsmitgliedern und des Regionalsekretärs Patrick Mikolajczyk über die Arbeit in 2016 und legten die Jahresberichte vor. Sie wurden von den Delegierten einstimmig entlastet. Die Delegierten beschlossen außerdem, dass sich der Bezirksvorstand Kleve intensiv mit der Idee eines kommunalen Integrationszentrums auseinandersetzen soll. Es soll das Für und Wider eines solchen Integrationszentrums herausgearbeitet werden.

Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis:

Bezirksverband Kleve:
Dietmar Stalder, Goch, Vorsitzender; Hubert Richter, Kerken stellv. Vorsitzender; Mandy Stalder –Thon, Vorstand

Bezirksverband Wesel:
Jürgen Dötsch, Duisburg, Bezirksvorsitzender; Mechtild Schulz, Hamminkeln, stellv. Vorsitzende; Michael Schulz, Voerde, Vorstand.


Text: Patrick Mikolajczyk
Fotos: Hubert Richter
10.05.2017


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