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Sinn-Kostprobe Nr. 122: "Warum für mich ein anderer Umgang mit Wasser sinnvoll ist."


Mechthild Hartmann-Schäfers.

Am 22. März ist Weltwassertag. Wir haben Mechthild Hartmann-Schäfers, Projektleiterin von "ÜberLebensMittel Wasser" gefragt, was Wasser für sie und sinnvolles Leben bedeutet.

"Vor einiger Zeit besuchte ich ein Schulfest: Mädchen und Jungen einer 7. Klasse haben einen Stand aufgebaut. Gegen eine Spende für eine bekannte Naturschutzorganisation kann man dort Linoldrucke erwerben. Schwarz auf weiß - mit einem blauen Stempel "Klima" versehen - tummeln sich auf den Bildern Fische neben Plastikflaschen, vernebeln Wolken aus Schornsteinen die Sicht, liegen Fische auf dem Trockenen … Die Drucke zeigen, was die 12jährigen Schüler*innen bewegt, was ihnen Angst macht. "Da muss man sich drum kümmern!", sagen sie. Deshalb haben sie Hunderte Bilder gedruckt und sammeln Geld für die, die was tun.

Für das Wasser dieser Welt muss dringend etwas getan werden. Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Wasser ist das (Über-)Lebensmittel schlechthin. Am 22. März begehen wir den "Tag des Wassers", seit 2010 ist der Zugang zu sauberem Wasser von der UN-Vollversammlung als Menschenrecht anerkannt. Allerdings ist es um das Menschenrecht auf Wasser global weiterhin schlecht bestellt.

Laut Resolutionstext der Vereinten Nationen von 2009 haben ca. 783 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden Menschen leben ohne jedwede sanitäre Grundversorgung. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO beläuft sich weltweit die Zahl der jährlichen Toten in Folge von unsauberem Trinkwasser und schlechten hygienischen Bedingungen auf acht Millionen Menschen, davon 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren. Momentan leiden weltweit bereits mehr als eine Milliarde Menschen unter extremer Wasserknappheit, nach Schätzungen der OECD wird es im Jahr 2030 die Hälfte der Weltbevölkerung sein.

So betont auch Papst Franziskus in seiner Sozialenzyklika Laudato si, dass sauberes Trinkwasser eine Frage von vorrangiger Bedeutung ist. Wasser  gehört allen Menschen dieser Welt. Aber: Wasser wird jedoch immer mehr zu einem Wirtschaftsfaktor bei steigendem weltweiten Wasserverbrauch. Gleichzeitig nimmt die Wasserverschmutzung egal ob Grundwasser oder Seen, Flüsse oder Meere immer mehr zu.

Die Wasserfrage ist vielleicht die Zukunftsfrage für uns und zukünftige Generationen. Deshalb ist ein anderer Umgang mit Wasser nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Aber es geht nicht nur um besseres individuelles Handeln wie z. B. Verzicht auf Plastik oder bestimmte Konsumgüter, sondern um eine andere Politik, die die Privatisierung von Wasser verhindert und die Beimischung von Plastik in Kosmetika verbietet …

Oder um es mit den Schüler*innen zu sagen: "Da muss man sich drum kümmern!"

Mechthild Hartmann-Schäfers ist Referentin bei der KAB-Stiftung "Zukunft der Arbeit und Sozialen Sicherung" ZASS. Die Diplompädagogin lebt mit ihrer Familie bei Köln. Aktuell  leitet sie das bundesweite Bildungsprojekt "ÜberLebensMittel WASSER", ein Kooperationsprojekt der Stiftung ZASS mit MISEREOR und dem Bundesverband der Katholischen Erwachsenenbildung (KBE). Ergebnisse des Ausbildungsprojektes mit 20 Frauen und Männer zeigt eine Ausstellung – Kunst zum Thema Wasser – am 25. März 2017 in der Citykirche in Aachen.


Mehr Infos auf www.ueberlebensmittelwasser.de 

Foto: privat
17.03.2017


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