Aktuelle Nachrichten

Sinn-Kostprobe Nr. 121: „Tajimat Pujút“ – im Einklang leben.


Bischof Vizcarra Mori (links) im Gespräch mit dem Dorfvorsteher Fernando Tuyas.

Bevor Bischof Gilberto Alfredo Vizcarra Mori im Jahre 2014 seinen Dienst als Bischof in Jaén (Peru) antrat, lebte er zwei Monate im Dorf Bajo Pachacusa bei den Awajún, einem Volk im Urwald des Amazonasgebiets. Er wollte die Lebensweise dieser Menschen kennenlernen, die einen großen Teil der Bevölkerung seines Bistums ausmachen. Es war, so berichtet er Stephan Eisenbart aus Vechta, eine Erfahrung in Sachen „sinnvoll leben“.

 

„Tajimat Pujút“, so fassen die Ureinwohner ihre Einstellung zum Leben zusammen. Wörtlich übersetzt heißt das: „Gutes Leben“. Francisco Tuyas, Dorfvorsteher und Katechet, erklärte es ihm:

 

„Im Haus muss alles geordnet sein. Jeder muss wissen, was seine Aufgabe ist. Ob Kind, ob Erwachsener, ob alter Mensch, alle leisten ihren Beitrag. Das Haus ist so gebaut, wie es die Tradition verlangt, so dass wir stolz sein können auf unsere Fähigkeiten als Handwerker. Vor Sonnenaufgang, wenn es noch nicht so heiß ist, weckt der Hausvater alle Familienmitglieder und sorgt dafür, dass sich die Kinder am Wasserfall ordentlich waschen. Die Aufgabe der Alten ist es, die Heranwachsenden mit der Kunst des Fischens, des Jagens und des Ackerbaus vertraut zu machen, ihnen zu erklären, welche Früchte man im Urwald essen kann oder welche Heilwirkung sie haben, von welchen Geistern die Tiere und Pflanzen beseelt sind, und wie man sich gut mit ihnen stellt. In all diesem wird für uns das deutlich, was wir ‚Apajui‘ nennen, das göttliche Wirken. ‚Tajimat Pujút‘ bedeutet für uns, dass wir versuchen im Einklang zu leben mit dieser beseelten Natur, in der sich für uns Gott zeigt.“

 

Bischof Vizcarra will den Dialog auf Augenhöhe zwischen den Kulturen der Ureinwohner und den vom westlichen Lebensstil geprägten Menschen fördern. Deshalb engagiert er sich besonders für die Bildung der jungen Menschen aus den indigenen Völkern in seinem Bistum.“

 

Gilberto Alfredo Vizcarra Mori SJ (* 1960 in Lima) ist ein peruanischer Geistlicher und Bischof im peruanischen Jaén. Als Botschafter für das kirchliche Missionswerk Adveniat reiste Bischof Vizcarra im Dezember 2016 durch einige Bistümer in Deutschland. Für einige Tage war er auch zu Besuch im Offizialatsbezirk Oldenburg.

 

Stephan Eisenbart ist KAB-Landessekretär in Vechta. Er lernte Bischof Vizcarra beim Besuch im Offizialat Oldenburg kennen.

 


Text: Das Gespräch mit Bischof Vizcarra Mori führte Stephan Eisenbart.
Foto: Jürgen Escher / Adveniat
10.03.2017


KAB gratuliert zum Goldenen Priesterjubiläum

Münster. Am 29. Juni 2017 jährt sich die Priesterweihe von Hans Sanders und...
> MEHR LESEN

KAB präsentiert Rentenmodell gegen Altersarmut.

Köln. "Die Politik plant nicht nur die Altersarmut von Millionen...
> MEHR LESEN

Heiteres Quadratessen-Finale in Recke

Recke. 512 ist die Zahl des Abends. 512 Menschen saßen am Samstagabend in der Aula...
> MEHR LESEN

Alles im Fluß - in Bewegung Leben - FrauenRadTour

Münster. Nah am Wasser unterwegs sein, beobachten wie es fließt, wie es trägt,...
> MEHR LESEN