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Sinn-Kostprobe Nr. 111: „Tschüss Jahr“


„Etwas Beenden“ ist sinnvoll, sagt die Silvester-Autorin und erzählt von ihrem persönlichen Silvester-Ritual.

 

„Ich beende mein altes Jahr an Silvester, ich verabschiede es regelrecht – meist am frühen Abend bevor ich losziehe, um mit Freundinnen und Freunden zu feiern oder gemütlich zusammenzusitzen. Ich nenne es „Jahresende-Ritual“ und eigentlich begleitet es mich durch das ganze Jahr:

 

Von Januar bis Dezember klebe ich Eintrittskarten, Postkarten, Zeitungsbilder, die aufgesammelte Luftschlange, den Paketaufkleber und andere Erinnerungsstücke in einen großen, anfänglich leeren Wandkalender. Monat für Monat füllen sich die weißen Blätter mit all dem, was die Zeit kostbar gemacht hat: Das berührende Konzert, die lustige Karnevalsparty, der skurril-schöne Kinofilm, der runde Geburtstag des Nachbarn, das Nikolauspaket von Mama, das Sommer-Picknick am See, der handgeschriebene Brief einer Freundin und so vieles mehr.

 

Am Silvesterabend sitzen mein Kalender und ich gemeinsam auf dem Sofa und schauen uns an. Ich kuschle mich in meine Wolldecke ein, genieße den Duft meines Wintertees und blättere mich sacht durch die Sternstunden des letzten Jahres. Wundere mich, wie viel ich erlebt habe und sage „Danke“ und sage leise „Tschüss Jahr“.

 


Text/Foto: Heike Honauer, KAB Diözesanverband Münster
30.12.2016

 

 


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