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Sinn-Kostprobe Nr. 108: Woran der heilige Nikolaus erinnert ...


Franz Josef Nordhaus.

"Warum spielst du im Advent den heiligen Nikolaus?", fragen wir Franz Josef Nordhaus, "Nikolaus" aus Hamm.

"Begonnen hat alles im kath. Kindergarten St. Theresia in Hamm-Heessen – ein Familienzentrum mit 110 Kindern bis 6 Jahren aus 15 verschiedenen Nationen. Dort verkörpere ich seit 1980 stets um den 6. Dezember den hl. Nikolaus. Nicht als Weihnachtsmann, sondern als Bischof mit Mitra und Stab und einem nicht ganz so prächtigen, eigenen Bart. Hinzu gekommen sind unterschiedliche "Auftritte" in Grundschulen, bei Alleinerziehenden-Treffs, für Senioren, Pastören, und vielen mehr, aber im Schnitt möchte ich nicht mehr als drei Einsätze im Jahr.

Der Sinn ist dabei für mich, vor allem den Kindern als freundlich Zugewandter entgegenzutreten. Ich habe keine Liste mit bösen und guten Taten dabei, sondern versuche das Wirken des hl. Nikolaus aus Myra (für die türkischen Kinder dem heutigen Demre) als Beispiel für ein gutes Miteinander, Teilen und Helfen zu vermitteln. Daran erinnert der hl. Nikolaus zu Beginn der Adventszeit. Wie gut die Kinder dies verstehen, zeigen Aussagen wie: "Zu Hause kann Papa und meine Geschwister helfen und manchmal auch ich." - "Nicht immer, aber immer öfter vertragen wir uns." – "Von der Nikolaustüte gebe ich auch etwas ab." – "Nikolaus, ich hab Dir etwas gemalt."

Bei der Frage "Haben jetzt alle hier im Raum eine Tüte erhalten?", antworten die Kinder oft etwas vorschnell mit "Ja". Erst auf Nachfrage denken sie daran, dass auch die Erzieherinnen eine Tüte bekommen sollen (Manches muss halt immer wieder besprochen werden.).

Wichtig sind mir die kurzen, persönlichen Gespräche und natürlich gehören auch Lieder, Gedichte und kleine Aufführungen mit Szenen aus der Nikolauslegende zum Ablauf.
Nicht nur mit einem verschämten "Nikolaus ich hab Dich lieb" und leuchtenden Kinderaugen (geweint hat bei mir wohl noch niemand) bekomme ich den schönsten Lohn für meinen Einsatz.

Natürlich setze ich mich in einer ruhigen Stunde am Sonntag, jedes Jahr erneut mit dem Nikolaus und meinem Einsatz auseinander. Sie geben für mich dem Advent einen besonderen Sinn. Nach dem 6. Dezember beginnt dann für mich die eigentliche Adventszeit."

Franz Josef Nordhaus (* 1948) war nach kaufmännischer Ausbildung und Tätigkeit sowie seiner Ausbildung zum Pastoralreferenten von 1984 bis 2012 als KAB-Regionalsekretär im Bezirk Hamm-Münster-Warendorf tätig. Heute engagiert er sich ehrenamtlich für soziale Gerechtigkeit in KAB, Kirche und Gesellschaft. Franz Josef Nordhaus ist verheiratet und lebt in Hamm.

Foto: privat
02.12.2016


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