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Im Fußball gibt es keine Flüchtlinge.


Kicken und miteinander diskutieren und lernen – das machten die Spieler vom SC Münster United beim KAB-Seminar "Fußball und die Flüchtlinge".

Münster/Günne. "Ein Freundschaftsspiel zwischen BSV United Colours und dem SC Münster United ist schon ausgemacht", freut sich Ansgar Jux, Bildungsreferent beim KAB-Bildungswerk und Leiter des Seminars "Fußball und die Flüchtlinge". Ein Fußballspiel als Folge eines KAB-Bildungswochenendes ist eher ungewöhnlich. Und so schiebt Jux auch gleich die Erklärung nach: "Wir hatten vier Leute vom Fußball-Integrationsprojekt BSV United Colours aus Dortmund bei unserem Seminar als Referenten zu Gast. Die vier haben so eindrucksvoll von ihrem Projekt erzählt, dass wir nun unbedingt die Mannschaft kennenlernen und gegen sie spielen wollen".

14 Freizeitkicker des SC Münster United hatten mit dem KAB-Bildungswerk ein Wochenende lang im Sauerland gekickt und sich dabei mit der Flüchtlingsfrage auseinandergesetzt. Fluchtursachen, Fluchterfahrungen und die Frage, welche Rolle ein Sport wie Fußball bei der Integration der Geflohenen spielen kann, waren die Themen des Wochenendes.

Am Samstag schnürten die Seminarteilnehmer ihre Fußballschuhe für ein Freundschaftsspiel gegen eine Mannschaft aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung Echtrop. Deren Spieler stammen aus Eritrea, Ghana, Nigeria, Irak, Afghanistan und Syrien. Vor dem Spiel kamen die Mannschaften miteinander ins Gespräch. Fußball hat für die Flüchtlinge eine hohe Bedeutung, erfahren die deutschen Kicker. Fußball sei eine Abwechslung des oft tristen Alltags und die Hoffnung auf eine Sport-Karriere sei für viele Ansporn, Fußball zu spielen.

Aus Flüchtlingen werden Angekommene
Sandra Klempert ist Projektleiterin beim BSV Fortuna Dortmund 58 und betreut eine internationale Mannschaft. "Wir möchten aus Flüchtlingen Angekommene machen", erklärt sie. Deshalb sprächen sie bei der BSV Fortuna auch nicht von einer "Flüchtlingsmannschaft". "Das Team hat sich den Namen BSV United Colours gegeben", sagt Klempert. Ziel sei, so die Projektleiterin weiter, dass im Verein nicht mehr Herkunft, Sprache oder Religion eine Rolle spielen, sondern das fußballerische Vermögen und das selbstverständliche menschliche Miteinander.

"Fußball gibt uns die Chance, normale Menschen zu sein"
Omar Rasool kam vor einem Jahr aus dem Irak nach Deutschland und kickt jetzt im Mittelfeld beim BSV United Colours. Er wünscht sich, dass seine Mannschaft noch viel mehr Spiele machen kann – sehr gern gegen andere Clubs. "Fußball ist für uns eine Chance, normale Menschen zu sein", sagt Rasool.

Münster United plant weitere Spiele
Seinen Spiel-Wunsch griffen die Seminarteilnehmer gern auf: Der Hobbyclub Münster United wird noch in diesem Jahr ein Freundschaftsspiel gegen BSV United Colours aus Dortmund bestreiten. Und bei einer Flüchtlingsunterkunft im heimischen Münster werden sie nachfragen, ob ein Freundschaftsspiel gegen die Bewohner möglich wäre.

KAB-Referent Ansgar Jux freut sich über diese Aktionsideen und darüber, dass Fußball Unterschiede zurücktreten lässt – zumindest auf Zeit. "Im Fußball gibt es halt keine Flüchtlinge, sondern nur Mitspieler", sagt er. Das sei politische Bildung, die man mit diesem Sport lehren und lernen kann.


Text: Ansgar Jux/Heike Honauer
Foto: KAB
07.09.2016


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